Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Kriminalstatistik für alle Stadtteile geplant
Hannover Aus der Stadt Kriminalstatistik für alle Stadtteile geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 30.11.2017
Der Polizeidirektion Hannover lieig erstmals eine Kriminalstatistik für jeden einzelnen Stadtteil vor.
Der Polizeidirektion Hannover lieig erstmals eine Kriminalstatistik für jeden einzelnen Stadtteil vor. Quelle: Symbol
Anzeige
Hannover

 Geht es nach den Vorstellungen des Behördenchefs, sollen die Stadtteilzahlen als Vergleich immer in Bezug zu den entsprechenden Zahlen der Stadtbezirke veröffentlicht werden, nicht zu anderen Stadtteilen. 

„Wir liefern diese Daten selbstverständlich mit, aber ein Vergleich bestimmter Straftaten auf Stadtteilebene wäre zu kleinteilig“, sagt Kluwe, der lieber von einem jährlichen Sicherheitsbericht für die Stadt als von einer Stadtteil-Kriminalstatistik sprechen würde.

In Hamburg und Berlin ist die Veröffentlichung einer stadtteilbezogenen Kriminalstatistik seit Jahren Usus. In Hannover hatte sich die Behörde lange Zeit schwer damit getan, den Schritt zu wagen. In Hannover hatten viele Verantwortliche zunächst den Standpunkt vertreten, eine derartige Erhebung könnte bestimmte Stadtteile stigmatisieren.

 Ende 2011 war bei der Behörde unter der Leitung des damaligen Polizeipräsidenten Uwe Binias dann die Erkenntnis gereift, das Projekt Stadtteilstatistik doch anzugehen. So erfasst die Behörde seit 2012 kontinuierlich alle Straftaten auch sortiert nach dem jeweiligen Stadtteil. Jetzt, nach mehr als fünf Jahren, liegen erstmals genügend Vergleichsdaten vor, um die statistischen Zahlen sinnvoll einordnen zu können. 

Im Januar berief Polizeipräsident Kluwe eine Runde mit Experten des Landeskriminalamts und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Das Gremium riet zunächst von der Veröffentlichung der Rohdaten ab. Zum einen spiegelten die Zahlen nur die Straftaten wieder, die tatsächlich zur Anzeige gebracht worden waren. Zum anderen war noch offen, mit welchen Bezugsdaten die Kriminalstatistik in Relation gestellt werden sollte.

Im Sommer brachte eine weitere Kommissionssitzung das Ergebnis, die Kriminalstatistik mit den von der Stadt regelmäßig veröffentlichten Strukturdaten zu kombinieren. Die Verwaltung veröffentlicht einmal im Jahr Zahlen über die Zusammensetzung der Bevölkerung, die Zahl der Arbeitslosen und die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund für jeden Stadtteil und für jeden Bezirk. Es ist zudem geplant, dass künftig noch weitere Daten in die Kriminalstatistik einfließen sollen, beispielsweise eine Erhebung zum Anzeigeverhalten von Straftaten im jeweiligen Viertel.

Von Tobias Morchner

Der Norden Cuxhaven–Brunsbüttel - Elbfährlinie steht vor dem Aus
27.11.2017