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Aus der Stadt Kinder lernen Hühner näher kennen
Hannover Aus der Stadt Kinder lernen Hühner näher kennen
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12:15 19.06.2017
Von Sven Warnecke
Alicia (links) und Lajana haben in den Wochen viel über Hühner gelernt. Quelle: Sven Warnecke
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Hannover/Engelbostel

Nicht nur die Kinder der 1b – der Eisbärenklasse – der Grundschule Engelbostel und Lehrerin Susann Schoeb sind traurig, dass das Projekt nach vier Wochen zu Ende gegangen ist. „Der gesamten Schule geht das so“, sagt Leiterin Stefanie Haller am Freitag. Nach den positiven Erfahrungen erwägt sie nun, für den Pausenhof dauerhaft Hühner anzuschaffen. „Wir werden das im Kollegium diskutieren“, stellt sie in Aussicht.

Die Engelbosteler Grundschule in Langenhagen war die erste Station des Hühnermobils mit neun Hühnern und einem Hahn. „Besonders Stadtkindern wollen wir so Landleben zum Anfassen ermöglichen und ihnen zeigen, wo Nahrungsmittel ihren Ursprung haben“, erläutert Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover. Denn immer weniger Kinder wüssten, woher das Essen stamme.

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Bis zum Jahresende macht das Hühnermobil noch in sieben weiteren Kitas und Grundschulen Station. Nach dem Sommerferien zunächst in einer Kita in Wunstorf, im September dann in der Domino-Kita in Mellendorf, berichtet Regionssprecher Klaus Abelmann. „Das Projekt wird durch den Fachbereich Umwelt der Region Hannover koordiniert und vom Biohof Rotermund-Hemme aus Brelingen ausgeführt.“ Die Sparkasse Hannover habe es mit 10.000 Euro gefördert.

„Das ist Nachhaltigkeit zum Anfassen“, betont auch Stefan Becker, Sprecher der Sparkasse Hannover, „mit diesem neu aufgesetzten Produkt verknüpfen wir jährlich mindestens 100.000 Euro Förderung an Umweltschutzprojekte – zuzüglich eines umsatzabhängigen Zuschlags.“ Er kündigt unter diesem Gesichtspunkt für die Zukunft auch von seinem Geldinstitut geförderte Sitzbänke mit Solar-Ladestationen für mobile Endgeräte an.

Und das Projekt kommt an. Nach Auskunft von Schoeb waren die Erstklässler hellauf begeistert. „Für uns hat sich die Teilnahme gelohnt“, ergänzt Haller. Am Beispiel des Huhns hätten sie auch lernen können, Verantwortung zu übernehmen und sich um die Tiere zu kümmern. „Für viele war es schon etwas Besonderes, ein Huhn zu streicheln, und es wird bestimmt auch ein bisschen traurig sein, wenn die Hühner nicht mehr da sein werden.“

Marie Hemme vom Biohof Rotermund-Hemme wünscht sich nun, dass das Projekt fortgesetzt werde. Denn es gebe für den mobilen Hühnerstall eine immense Nachfrage. Ihren Angaben zufolge hätten sich 80 Schulen und Kitas an den Familienbetrieb gewendet. „Kindern zu zeigen, woher das Frühstücksei kommt – von einem Huhn und nicht aus dem Supermarktregal –, ist für uns ein wichtiges Anliegen.“

Das und vieles mehr haben Darren, Tugce, Tijanar, Alicia Lajana und deren Klassenkameraden in den vergangenen vier Wochen alles gelernt. Mehr noch, nämlich dass Hühner etwa acht Jahre alt werden können – so sie nicht vorher im Kochtopf landen. Was die Vögel so alles fressen und dass sie jeden Tag ein Ei legen, wenn es ihnen gut geht, zählen sie auf. Und in Engelbostel ging es ihnen gut. Denn dort konnten sie im Freilauf nicht nur den Rasen kurzhalten, sondern auch fleißig Krabbeltiere einsammeln. Zum Dank gab es täglich neun frische Eier, die in der Schulmensa von den Kindern verarbeitet werden konnten.

Das Hühnermobil der Region ist für dieses Jahr so gut wie ausgebucht. Mehr Informationen gibt es unter www.hannover.de (Stichwort Hühnermobil).

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