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Aus der Stadt Ein Spiel für Robert
Hannover Aus der Stadt Ein Spiel für Robert
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00:31 30.06.2014
Unterstützen die gute Sache: 96-Ersatztorwart Markus Miller, Stiftungs-Vorsitzende Theresa Enke und 96-Verteidiger Christian Schulz. Quelle: Schledding
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Hannover

Es geht wieder. Teresa Enke, Witwe des gestorbenen Torwarts der „Roten“ und der Nationalelf, Robert Enke, kann wieder Fußball schauen. „Ja, ich gucke die WM. Zum ersten Mal wieder Fußball, und ohne, dass es schmerzt“, sagt sie und wirkt befreit. Und: „Ich kehre immer gern nach Hannover zurück.“

Das war nicht immer so. Noch vor eineinhalb Jahren erklärte sie, nach dem Suizid ihres an Depressionen erkrankten Mannes im November 2009 keine Fußballspiele mehr schauen zu können und aus Hannover wegziehen zu wollen. Die junge Frau lebt mittlerweile mit ihrer Adoptivtochter Leila in Köln, kommt aber hin und wieder nach Hannover: Diesmal für eine Pressekonferenz der Robert-Enke-Stiftung, deren Vorsitzende sie ist.

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Denn Hannover 96 wird heute in zwei Wochen, am 12. Juli, ein Freundschaftsspiel gegen den Oberligisten FC Germania Egestorf/Langreder in Barsinghausen bestreiten. Der Erlös kommt der Stiftung, die depressive Menschen und herzkranke Kinder unterstützt, zugute. Die Karten kosten 18 beziehungsweise 10 Euro und sind ab heute im Vorverkauf im Fan-Shop von Hannover 96 erhältlich.

Am 10. November 2009 starb der 96-Torwart Robert Enke. Tausende Fans trauerten. Eine Erinnerung in Bildern.

Für die „Roten“ wird es das erste offizielle Spiel der Saison sein - und die erste Partie in den neuen Trikots. „Ich freue mich sehr, dass das klappt - und ich hoffe, dass diese Freundschaftsspiele ein jährliches Ritual werden“, sagt 96-Spieler Markus Miller.

Der 32-Jährige ist bei 96 die Nummer 2 im Tor - und erkrankte vor drei Jahren an Depressionen, wie Robert Enke. „Die Gesellschaft muss noch viel dazulernen beim Umgang mit dem Thema Depression. Ich habe damals selbst durchlebt, wie problematisch das ist, wenn man selbst betroffen ist“, sagt Miller, der auch Mitglied des Kuratoriums der Stiftung ist.

Auch 96-Profi Christian Schulz gibt zu: „Die Probleme sind da, es gibt diesen Druck im Profifußball. Die Spieler brauchen eine Hilfestellung.“ Ob sich aus ihrer Sicht der Umgang mit dem Tabuthema Depression verbessert habe, wird Teresa Enke gefragt. „Es hat sich vieles verbessert, viele bekennen sich dazu. Und man kann auch wieder zurückkommen, man muss nicht für immer krank sein.“

Auch Teresa Enke wird für die Begegnung in Barsinghausen zurückkommen. „Ich werde beim Spiel dabei sein, das hat große Bedeutung für mich.“

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