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Aus der Stadt Hannover bekommt neue Studentenwohnungen
Hannover Aus der Stadt Hannover bekommt neue Studentenwohnungen
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11:36 18.04.2015
Von Bernd Haase
Sabine Schopp (links), Burkhard Huch (rechts) von der Bahlsen-Stiftung sowie Eberhard Hoffmann vom Studentenwerk unterzeichnen den Vertrag für das Wohnheim.
Sabine Schopp (links), Burkhard Huch (rechts) von der Bahlsen-Stiftung sowie Eberhard Hoffmann vom Studentenwerk unterzeichnen den Vertrag für das Wohnheim. Quelle: Surrey
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Hannover

Prof. Burkhard Huch ist ein entschlussfreudiger Mensch. Am 17. Oktober vergangenen Jahres las der Vorstandsvorsitzende der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung in der HAZ einen Bericht über den Mangel an Studentenwohnungen in Hannover. Er griff dann zum Telefon und rief bei Eberhard Hoffmann an, dem Geschäftsführer des Studentenwerks. Das Ergebnis: Die Stiftung wird 2,3 Millionen Euro als verlorenen Zuschuss zur Verfügung stellen und damit die Sanierung und Erweiterung des Wohnheims an der Wilhelm-Busch-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Uni-Hauptgebäude ermöglichen. „Für uns ist das ein Traumgeschenk“, sagte Hoffmann, als am Freitag der Vertrag unterzeichnet wurde.

„Wir machen das, was wir am liebsten tun: einen Notstand erkennen, einen verlässlichen Partner sehen und unkomplizierte Lösungen finden“, erklärte Huch. Die rührige Stiftung, die ihrem Zweck gemäß Projekte im Sozial-, Bildungs- und Jugendbereich fördert und in Hannover eine Kita und ein Pflegeheim betreibt, engagiert sich damit zum ersten Mal für Studenten. Diese profitieren nicht nur wegen der neuen Plätze. Weil das Studentenwerk Kapitalkosten für das Bauprojekt spart, kann es das Mietniveau niedriger halten.

Auf dem Gelände in der Nordstadt stehen zwei Gebäude. Der aus dem Jahr 1927 stammende Altbau ist marode, wird abgerissen und ersetzt. Ein neueres Gebäude, Baujahr 1957, will das Studentenwerk sanieren und um einen Anbau ergänzen. So entstehen 70 neue Wohnheimplätze, 60 bestehende werden modernisiert. Damit ist unter anderem ein neuer Zuschnitt verbunden, denn die vorhandenen Wohnungen sind teilweise nur neun Quadratmeter groß. Außerdem ist die Elektrik veraltet. Insgesamt kostet das Projekt rund 6 Millionen Euro. Laut Hoffmann beteiligt sich das Land mit 700.000 Euro, bis zu 3,2 Millionen Euro will sich das Studentenwerk auf dem Kapitalmarkt besorgen.

Fertige Pläne für die künftigen Baukörper gibt es noch nicht, weil die Ausgangssituation nicht ganz unkompliziert ist. „In der Nachbarschaft stehen denkmalgeschützte Gebäude, diesem Bild müssen wir uns anpassen“, sagt Hoffmann. Wie das genau zu bewerkstelligen ist, soll ein Architektenwettbewerb aufzeigen, in dessen Jury sowohl das Studentenwerk als auch die Stiftung und die Stadt vertreten sind. Letztere heimst von Huch und Hoffmann für den bisherigen Gang des Verfahrens Lob ein – „das lief sehr kooperativ“.

Wenn es weiterhin reibungslos zugeht, dann soll bis zum Jahreswechsel der Architektenwettbewerb abgeschlossen sein. Im kommenden Sommer will man mit den Bauarbeiten beginnen und im Oktober 2017 dann den künftigen Mietern ihre Wohnungsschlüssel in die Hand drücken. Hoffmann bezeichnete diesen Zeitplan als sportlich. „Wir wollen uns aber selbst unter Druck setzen, weil die Plätze in Hannover wirklich dringend benötigt werden“, erklärt der Geschäftsführer.

18.04.2015
Michael Zgoll 18.04.2015
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