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Aus der Stadt Die Teilzeitmutter
Hannover Aus der Stadt Die Teilzeitmutter
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13:01 11.08.2009
Von Simon Benne
Stephanie Schneider - „Wohlfühltipps einer glücklichen Mutter“ (Kösel Verlag, 143 Seiten, 9,95 Euro) Quelle: Martin Steiner

Eigentlich, sagt sie, sei sie gar nicht der Typ der entspannten, sondern eher der Typ angespannten Mutter. Eine von den Frauen, die vor den Jäckchenhäkchen im Kindergarten oder beim Einkaufen immer so gehetzt aussehen. Aber das sieht man Stephanie Schneider nicht an. Das wäre auch keine gute Eigenwerbung, denn ihr neues Buch trägt den Untertitel „Wohlfühltipps einer glücklichen Mutter“. Nicht, dass es den Elternstress bei ihr daheim nicht gäbe – den Bananenjoghurt in der CD-Sammlung und das andere Chaos. Sie hat nur besondere Strategien, damit umzugehen. Und wenn die Not am größten wird, bleibt ihr ein letzter Trost: „Das gibt ’ne gute Glosse.“

Stephanie Schneider sitzt lässig auf dem Ikea-Sofa in ihrer licht und stilvoll eingerichteten Südstadt-Wohnung. Im Flur baumelt eine Schaukel, an der Wand hängt eine vollgekritzelte Schultafel, an der Küchentherme kleben Familienregeln („Wir sagen keine Schimpfwörter zueinander“). Julika ist sieben und in der Schule, Feline ist vier und im Kindergarten, Nils ist siebenunddreißig und bei der Arbeit. Und sie selbst schenkt sich einen Kaffee ein und erzählt ein bisschen über Julika, Feline und Nils, die in ihrem Buch „Auf nach Cappuccino!“ Frieda, Josefine und Jens heißen. „Je liebevoller wir uns selbst umsorgen und verwöhnen, umso besser meistern wir diese anspruchsvolle Aufgabe“, heißt es in dem Buch über die Pflichten einer Mutter.

Das Bändchen (Kösel Verlag, 143 Seiten, 9,95 Euro) ist ein kluger und sehr humoriger Ratgeber, den junge Eltern zwischen Schnullerauskochen und Schwimmflügelsuchen gut lesen können. Denn Stephanie Schneider kann mit Sprache umgehen. Sie schreibt Sätze wie „Spontaneität wird in Beziehungen noch stärker überschätzt als Bärlauch-Pesto in der jungen deutschen Küche.“ Und wenn sie sagen will, dass sie wenig Ahnung hat, sagt sie nicht einfach, dass sie wenig Ahnung hat, sondern sie sagt: „Meine Allgemeinbildung ist so lückenhaft wie das Milchzahngebiss eines Grundschulkindes.“

„In der Schule hatte ich nur einen Berufswunsch: Astrid Lindgren“, sagt die 35-Jährige lachend. Das war in Lohne bei Vechta, wo sie aufwuchs. Später studierte sie auf Lehramt in Osnabrück, und im Referendariat wurde ihr klar, dass sie eigentlich viel lieber Kolumnen schreiben würde. Nun gehört nach ihrer Philosophie das Verwirklichen von Wünschen zum Glücklichsein dazu, und deshalb schreibt sie heute regelmäßig Kolumnen, unter anderem im Magazin „Kinder“. Ihr neuer Ratgeber ist bereits ihr drittes Buch, die Vorgänger verkauften sich gut – Familienthemen sind in.

Die Distanz, mit der viele Jüngere heute aufs Kinderhaben blicken, mag an der miesen Geburtenrate mit schuld sein. Aber sie kann auch originelle Glossen hervorbringen, wenn die Kinder erst einmal da sind: Stephanie Schneider reflektiert ihr Mutterleben, als wäre sie eine andere, die sich selbst beim Muttersein beobachtet. Sie hält nichts für selbstverständlich und denkt über alles amüsiert nach, was sie da sieht. Ihre Familiengeschichten sind Innenansichten von außen. „Meist schreibe ich in Cafés, im ,La Salle“ oder in der ,Kaffeepause““, erzählt sie. Und wenn der Abgabetermin für ein neues Buch näherrückt, sitzt sie schon mal um 6 Uhr morgens mit ihrem Laptop bei McDonald’s am Südschnellweg: „Wegen der familiären Situation“, wie sie sagt. Der Vater bringt an solchen Tagen die Töchter in den Kindergarten und in die Schule, sie selbst steht dann zum Essenkochen wieder auf der Matte. „Teilzeitmütter sind die glücklichsten“, sagt sie und sieht dabei glücklich aus.

Selbstbewusst wirkt sie, wenn sie von ihrem Alltag erzählt. Eine Frau, die weiß, wohin sie will. Die voller Energie steckt, aber weiß, dass man damit haushalten muss. Und die ihren guten Ideen eine Chance gibt: Neuerdings bietet sie auf ihrer Internetseite www.stephanie-schneider.de „Das literarische Duett“ an: Leser liefern ihr ein Stichwort, sie verfasst kostenlos eine Kolumne dazu. Und für das Jahr 2009 plant Stephanie Schneider, einen „Adventskalender für vielbeschäftigte Weihnachtsfrauen“ herauszugeben. Ihr Pensum scheint sie unangestrengt zu bewältigen: „Disziplin“, sagt sie, „braucht man nur, wenn man etwas macht, was keinen Spaß macht.“

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