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Aus der Stadt Riesenandrang bei erster Linienfahrt des TW 3000
Hannover Aus der Stadt Riesenandrang bei erster Linienfahrt des TW 3000
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00:17 18.03.2015
Von Bernd Haase
Der Andrang war riesig: Die neue Stadtbahn TW 3000 bei der ersten Linienfahrt.
Der Andrang war riesig: Die neue Stadtbahn TW 3000 bei der ersten Linienfahrt. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Humor haben sie manchmal bei der Üstra auch: „Um zwölf Monate verspätet“, stand auf den Monitoren des Fahrgastfernsehens zu lesen, als der erste Stadtbahnwagen TW 3000 am Sonntagnachmittag um exakt 15.14 Uhr an der Stadionbrücke in den Betrieb einscherte. Die Fahrt Richtung Misburg war eigentlich für Ehrengäste vorgesehen und gar nicht vorher angekündigt worden. Trotzdem hielt die Bahn an jeder Station, und mancher, der zustieg, sah sich zuerst ein wenig verwundert um.

„Sieht ganz anders aus, aber richtig chic“, sagte Sören Herrmann, der am Kröpcke die Bahn enterte und dabei Glück hatte. Zu diesem Zeitpunkt war der Zwei-Wagen-Zug schon so gefüllt, wie man es sonst nur nach Fahrten im Anschluss an Fußballspiele oder Großkonzerte kennt.

Zum ersten Mal hat die Üstra die neue Stadtbahn TW 3000 im Linienverkehr eingesetzt. Auf der Linie 7 fuhr sie von Misburg nach Wettbergen.

Auf jeden Fall haben viele Hannoveraner auf die Bahn gewartet, die nach ihrer offiziellen Präsentation zunächst wieder aus dem Stadtbild verschwand. Die ersten ausgelieferten Exemplare mussten wegen Pfuschs bei Schweißverbindungen stillgelegt werden. Gestern hatten sich vor allem zwischen der Station Schierholzstraße und dem Endpunkt Meyers Garten in Misburg – dort hatte die Üstra die erste offizielle Abfahrt zuvor angekündigt – zahlreiche Stadtbahnfans mit Kameras postiert. Auch die Haltestelle Meyers Garten war schwarz vor Menschen. Nicht jeder, der einsteigen wollte, kam auch mit.

Viola Tölke hatte es mit ihrer elfjährigen Tochter Lisa in den Wagen geschafft. Trotz des Sardinenbüchsengefühls freute sie sich. „Lisa liebt die Stadtbahn. Sie hat zusammen mit ihrem Bruder Jonathan beim Schulsommerfest sogar einen Üstra-Stand aufgebaut“, berichtet Tölke. Der TW 3000 gefällt ihr dem ersten Eindruck nach. Eine genaue Prüfung der Bahn mit ihren speziellen Accessoires wie etwa dem extrabreiten Mutter-Kind-Sitz oder den Lichtbändern mit wechselnden Farben im Deckenbereich steht noch aus – dafür war der Innenraum am Sonntag zu voll.

Eins fiel allerdings allen sofort auf. „Die Bahn ist ruhig und leise, sogar im Vergleich zum Silberpfeil“, sagt etwa Alexander Mitchenski. Obwohl die Gleise der Linie 7 auf der Podbielskistraße zu den abgefahrensten im Stadtgebiet gehören, rumpelt es nicht. Wer Rollgeräuschen lauschen will, muss sich anstrengen. „Im Vergleich zu den grünen Stadtbahnen macht der TW 3000 zehn Dezibel weniger Lärm, zum Silberpfeil sind es immerhin noch sechs Dezibel“, sagt Steffen Kähler, stellvertretender Leiter der Stadtbahnsparte bei der Üstra.

Lisas Bruder Jonathan wäre gestern auch zu gern mitgefahren, musste aber leider krankheitsbedingt passen. Er wird das bald nachholen können. Derzeit sind fünf Wagen einsatzbereit, im Zwei-Wochen-Rhythmus erwartet die Üstra weitere. Im Sommer soll dann die Linie 7 zwischen Misburg und Wettbergen komplett mit den neuen Fahrzeugen bestückt sein. Die Üstra erwartet sich durch die Attraktivität ihres neuen Prunkstücks übrigens dauerhaft Fahrgastzuwächse. Wenn es in Sachen Andrang immer so läuft wie bei der Jungfernreise, dann sind diese Kalkulationen alles andere als unbegründet.     

Fotowettbewerb zum TW 3000

Für alle Fans gibt es übrigens einen Fotowettbewerb. Alle weiteren Informationen dazu gibt es hier.

Tobias Morchner 18.03.2015
Veronika Thomas 18.03.2015
Mathias Klein 18.03.2015