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Aus der Stadt Die längsten und schönsten Abfahrten in Hannover
Hannover Aus der Stadt Die längsten und schönsten Abfahrten in Hannover
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09:04 06.01.2010
Winterspaß auf den Rodelbahnen in Hannover. Quelle: Florian Wallenwein

Kufen schleifen? Das war gestern. Backspray lautet heute das Geheimnis schneller Schlitten. Und wem das erst einmal gar nichts sagt, dem sei erklärt: Backspray ist normalerweise dazu gedacht, Formen auszufetten, damit der Kuchen darin nicht hängenbleibt. Doch Backspray macht auch Schlitten schneller. Die Erfahrung hat jedenfalls Jörg Herrmann gemacht. Gemeinsam mit seinen Töchtern, der siebenjährigen Nina und der zehnjährigen Michelle, ist er zum Rodeln an den Hügel in der nördlichen Eilenriede gekommen und flitzt den Berg hinab.

„Der Schlitten ist bestimmt 50 Jahre alt“, schätzt der 38-Jährige, der derzeit noch Urlaub hat und entsprechend Zeit, mit seinen Kindern zum Rodeln zu gehen. Doch dank Backspray kommen die Neuen gegen den alten „Davos“ kaum an. Michelle fährt mit ihm die schnellste Zeit: 23,39 Sekunden braucht die Schülerin, die mit ihren Freundinnen, den Zwillingen Lena und Clara von Rauchhaupt, den Nachmittag in der Eilenriede verbringt. „Die Bahn hier ist toll“, finden sie. Nicht so steil und schnell wie die an der Bernadotteallee, aber dafür eben länger und nicht so voll. Der Nachteil ist: Es gibt nur eine Bahn.

Auch am Rodelberg in Döhren ist es an diesem Testnachmittag mal nicht überfüllt. Die Kinder haben immer genug Platz, um den Hügel weitgehend gefahrlos hinunterzurutschen. Auf einen Zusammenstoß mit einem anderen Schlitten muss man es schon anlegen. Der elfjährige Sherwin Chaharlang ist gemeinsam mit seiner kleinen Schwester, der achtjährigen Leona, und seinem Freund Jan Reclaw zum Rodeln gekommen. Die beiden Jungen fahren einen klassischen Schlitten, Leona hat sich für einen sportlichen Kunststoff-Bob entschieden – und ist damit auf der rund 45 Meter langen Hauptbahn nicht nur tatsächlich schneller, sondern kommt auch weiter: 16,74 Sekunden braucht sie, um unten am Hügel anzukommen. Ihr Bruder und sein Freund benötigen dazu etwas länger. Die Bahn ist schön breit, eisige Stellen gibt es nicht. Dieser Bahn vorgelagert ist eine steilere Mini-Abfahrt von etwa 7,5 Metern mit einer natürlichen Rampe – die liegt allerdings zwischen den Bäumen und ist sehr schmal.

Voller ist es am Kronsberg: Hier ziehen dutzende Jugendliche und Kinder mit ihren Eltern und ihrem Schlitten im Schlepptau den Pfad zum Gipfel des rund 118 Meter hohen Berges hinauf. „Vorsicht“ schallt es den Hinaufziehenden ständig entgegen. Auch der zehnjährige Jerome flitzt in rasantem Tempo an einer Menschentraube die Bahn hinab. Seine Fahrt reicht sogar bis zu der angrenzenden Schneekuhle, um die sich viele, eher kleinere Kinder scharen. Der fünfjährige Justin etwa fährt am liebsten in der seicht abfallenden – das ist sicherer. „Ich fahr die große Strecke nur mit meinem Papa hinunter“, sagt er. Der fünfzehnjährige Jan hingegen findet die Kuhle zu langweilig. Er fährt die steile seitliche Abfahrt des Kronsberges hinunter. Das schafft er in sechs Sekunden.

Gemächlicher geht es auf der Rodelbahn in Kleefeld zu. Vorbei an verschneiten Bäumen und über eine große Wiese gelangt man zu der etwa 25 Meter breiten und rund 80 Meter langen Abfahrt am Pferdeturm. „Wenn man mit dem Schlitten über die kleinen Huckel auf der Piste fährt, hebt man richtig ab“, sagt die zehnjährige Natalie begeistert: „Das ist wie fliegen.“ Gemeinsam mit Freund Marcel saust sie die Bahn hinab. „Ich bin schneller als Marcel, weil ich die Kufen meines Schlittens ordentlich gewachst habe“, verrät sie und grinst dabei über das ganze Gesicht. Auch Laurenz steht mit seinem Holzschlitten zur Abfahrt bereit. Und die dauert nur 13 Sekunden. „Wenn man die etwas vereisten Spuren nimmt, ist die Bahn super schnell“, sagt Laurenz.

Schlitten fast ausverkauft: Wer noch keinen Schlitten hat, kann Probleme bekommen – sie sind in den Baumärkten nahezu ausverkauft. Auf dem Engelbosteler Damm 64 hat der Sportartikelanbieter „Xtrason“ noch rund 100 Schlitten im Angebot. „Eigentlich verkaufen wir unsere Produkte nur über das Internet. Aber bei dem Engpass machen wir eine Ausnahme“, sagt Geschäftführer Andreas Prüfer.

von Heike Schmidt 
und Stefanie Nickel

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