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Aus der Stadt Dieb packte Zigaretten in Treckerkarton um
Hannover Aus der Stadt Dieb packte Zigaretten in Treckerkarton um
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00:25 31.05.2015
Von Michael Zgoll
Symbolbild Quelle: Archiv
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Hannover

Schlussendlich wurde ein 26-jähriger Mann wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in drei Fällen zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt. Er hatte in einem Metro-Großmarkt Kartons „umgepackt“, an der Kasse lediglich den Preis des früheren Inhalts bezahlt und auf diese Weise Zigaretten im Wert zwischen 7000 und gut 16.600 Euro eingesackt - je nachdem, wie viel Tabak nun tatsächlich im Treckerkarton versteckt war.

Seine eigenwilligen Umtausch-Aktionen wickelte der Täter im vergangenen Juni im Laatzener Metro-Markt ab. Der junge Mann, mit einer Bauhandwerkerfirma gnadenlos gescheitert und hoch verschuldet, brauchte dringend Geld. Zunächst war ein Zierbrunnen mit Buddha-Figur das Objekt seiner Wahl: Er packte den Dekobrunnen aus, stellte ihn in einem Gang ab und füllte den nunmehr leeren Karton mit Zigaretten. An der Kasse zahlte der Betrüger mit seiner persönlichen Metro-Kundenkarte 99,99 Euro - für einen Buddha-Brunnen, der im Großmarkt zurückblieb und vergeblich auf Anschluss wartete. Weil diese Transaktion problemlos über die Bühne gegangen war, schritt der Mann am Abend erneut zur Tat, tauschte wieder Brunnen gegen Rauchwaren aus. Der Gesamtwert dieser umverpackten Zigaretten lag bei 2800 Euro, nach eigenem Bekunden hatte er auch schon einen Käufer an der Hand.

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Mandat hat sich "saublöd" verhalten

Am nächsten Tag wollte der 26-Jährige den ganz großen Coup landen. Er rollte einen Kindertraktor mit Ladeschaufel (Verkaufspreis 59,99 Euro) aus seiner Kartonage-Garage und füllte diese mit Tabakwaren in rauen Mengen auf; in der Anklageschrift waren 317 Stangen notiert. Doch Verteidiger Marcin Raminski machte eine Gegenrechnung auf, hatte als Anschauungsmaterial eine Stange Zigaretten sowie eine Addition in Metern und Zentimetern parat: Mehr als 50 Stangen würden doch gar nicht in die Spielzeugverpackung passen, unabhängig davon, dass sich sein Mandant „saublöd“ verhalten habe. Richter Lars Römermann zeigte Verständnis: Auch er schätze den Wert der in der Umverpackung verstaubaren Rauchwaren eher auf 4000 bis 6000 Euro ein, nicht auf 13 800 Euro wie von der Anklage behauptet.

Von besonderer Rafinesse zeugte der Plan des Betrügers eh nicht. Dem Marktpersonal fielen die herumstehenden Buddha-Brunnen und das herrenlose Kinderfahrzeug schnell ins Auge. Die Geschäftsführung glich die Zahlvorgänge mit den Kundenkarten ab, sichtete das Videomaterial der Überwachungskameras und hatte den 26-Jährigen schnell identifiziert.

Obwohl der Angeklagte aufgrund einer früheren Verurteilung wegen Hehlerei unter Bewährung stand, folgte Richter Römermann dem Plädoyer der Staatsanwältin und billigte dem jungen Mann nochmals eine Bewährungsstrafe zu. Er habe die Taten gestanden, kümmere sich um eine Bereinigung seiner Schuldenlast von 30.000 Euro und habe inzwischen einen festen Arbeitsplatz. Nur seine Metro-Karte - die ist der packfreudige Kunde für alle Zeiten los.

Michael Zgoll 31.05.2015
Tobias Morchner 28.05.2015