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Aus der Stadt Diebinnen wollen Opfer Diebesgut verkaufen
Hannover Aus der Stadt Diebinnen wollen Opfer Diebesgut verkaufen
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10:06 16.05.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa
Hannover

Das Verfahren gegen die ältere Freundin der Täterin ist noch nicht abgeschlossen. Die 20-Jährige hatte ihren Bekannten im April 2014 in seiner Wohnung besucht, in einem Mietshaus in Linden-Nord. Beim Eintreten ließ sie die Wohnungstür einen Spalt offen stehen - damit sich ihre im Treppenhaus wartende Freundin unbemerkt hineinschleichen konnte. Die passte einen günstigen Moment ab, schnappte sich die Jacke des Lindeners mitsamt seinem iPhone und verschwand. Nachdem auch die 20-Jährige wenig später das Haus verlassen hatte, bemerkte der Mann den Verlust und rief die Polizei. Die Beamten stellten die junge Frau an einer nahen Stadtbahnhaltestelle - doch Jacke und Handy fanden sie nicht.

Vier Wochen später meldete sich die Freundin bei dem Opfer und erzählte ihm, sie sei im Besitz seines Mobiltelefons. Sie habe es von der 20-Jährigen ausgehändigt bekommen, und nun könne es der Mann für 100 Euro zurückkaufen. Der Lindener wollte sich nicht auf diesen Erpressungsversuch einlassen und informierte die Polizei. Bei der verabredeten Übergabe griffen zwei Zivilbeamte zu und nahmen die Frau fest.

Die Angeklagte, geprägt von einer von Gewalt bestimmten Kindheit und Jugend zwischen zwei Kulturen, hatte bereits wegen anderer, geringfügiger Delikte Kontakt mit der Justiz. Mit Tränen in den Augen wollte sie nun wissen, wann der Dauerarrest beginne - sie befinde sich nämlich gerade in der entscheidenden Phase, um ihren Hauptschulabschluss nachzumachen. Hier konnte Richter Buck sie beruhigen: Bis die 20-Jährige ihre Arreststrafe antreten muss, bleibt ihr noch genügend Zeit, die restlichen Prüfungen zu absolvieren.

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