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Aus der Stadt Diese Leser sind für einen Tag Chefredakteur
Hannover Aus der Stadt Diese Leser sind für einen Tag Chefredakteur
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18:12 26.05.2015
Diese Leser machen am Mittwoch die HAZ: Katrin Bosse, Gerald Senft und Horst Mevissen. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Es war eine kleine Idee mit großer Resonanz. Zum 65. Geburtstag der HAZ rief die Redaktion Leser auf, sich auf den Posten des Chefredakteurs zu bewerben. Zumindest einen Tag lang sollen sie die Möglichkeit haben, bei der Fotoauswahl, Überschriften und der grundsätzlichen Ausrichtung der HAZ mitbestimmen zu können. Mehr noch: sie gewichten die Themen, setzen inhaltliche Akzente und können sogar eigene Texte schreiben – wenn sie denn als Chefs überhaupt dazu kommen.

Den Chefredakteursposten teilen sich am Mittwoch gleich drei HAZ-Leser. Am Dienstag trafen sie sich zum Vorgespräch mit dem eigentlichen Chefredakteur Hendrik Brandt und der stellvertretenden Chefredakteurin Hannah Suppa im Pressehaus. Ihre Aufgaben übernimmt heute Katrin Bosse, alleinerziehende Mutter einer siebenjährigen Tochter und selbstständige Übersetzerin für Englisch und Niederländisch. Bosse missfällt, dass der Schwerpunkt der Medien in der täglichen Berichterstattung bei Schreckens- und Katastrophenmeldungen liegt. Diese Art von Berichterstattung löse Angst und Bedrohung aus. „Ich habe mir schon immer gewünscht eine Zeitung zu lesen, in der die Gewichtung der guten und schlechten Nachrichten ausgewogener dargestellt wird. Wenn Gefühle unser Denken und Handeln bestimmen und wenn unser Denken und Handeln die Welt gestaltet, wünsche ich mir eine Zeitung, in der die Leser ermutigt werden, die Welt positiver zu sehen.“

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Der zweite Chefredakteur ist Gerald Senft, ehrenamtlicher Pressesprecher der Stadtfeuerwehr Laatzen. „Ich versorge die Medien fast täglich mit Meldungen aus den Bereichen Feuerwehreinsatz, Kultur, Jugend und Musikwesen. Nun würde ich gerne einmal sehen, wie diese Meldungen ihren Weg in die HAZ finden“, sagt Senft. Vielleicht bringt der Chefredakteur schon am Mittwoch direkt eine Nachricht mit.

Der dritte Leser ist Horst Mevissen, der Anfang der sechziger Jahre als Austräger der HAZ gearbeitet hat, um sein Studium zu finanzieren. Damals wurden Abonnementsgebühren noch persönlich eingezogen. „Damals nahm ich die vielfältigsten Wünsche der Leser entgegen“, erinnert sich Mevissen. Heute möchte er die Erstellung der Zeitung direkt erleben – und vielleicht ein paar eigene Wünsche für die HAZ erfolgreich umsetzen.

Das Ergebnis erhalten die Leser am Donnerstag druckfrisch. Unter dem Hashtag #HAZGastChef können Sie das Experiment auch bei Twitter begleiten.

jan

Jörn Kießler 26.05.2015
26.05.2015