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Aus der Stadt Dieses Paar aus Hannover spendete seine eigenen Eheringe
Hannover Aus der Stadt Dieses Paar aus Hannover spendete seine eigenen Eheringe
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00:17 24.01.2018
Ringtausch: Beata Dylong (links) ersteigerte die Ringe von Jan und Mariola Bochenski – und gab sie dem Ehepaar nun zurück. Quelle: Foto: Franson
Hannover

 Das ist der Stoff, aus dem Völkerfreundschaft gemacht wird. Eine jener Geschichten, die Brücken über Grenzen hinweg schlagen, weil ganz gewöhnliche Menschen ganz ungewöhnliche Dinge tun. Die Geschichte begann, als Daria Adamczyk und ihre rund zwanzig Mitstreiter Anfang Januar Spenden für eine Benefiz-Versteigerung in Herrenhausen sammelten. Bei der in Polen sehr populären Hilfsaktion „Das Große Orchester der Weihnachtshilfe“ beteiligen sich auch viele Polen im Ausland mit eigenen Aktivitäten. In diesem Jahr ging es darum, Spenden für neugeborene Kinder in Not zu sammeln; allein in Hannover kamen dabei 25 000 Euro zusammen.

„Plötzlich stand dieses ältere Ehepaar da und gab seine eigenen Eheringe bei uns ab“, sagt Daria Adamczyk. „Wir waren so baff, dass wir ganz vergaßen, sie nach ihrem Namen zu fragen.“ Mariola und Jan Bochenski hatten beim Einkaufen zufällig einen Werbezettel für die Aktion entdeckt. „Es war uns einfach wichtig, Kindern zu helfen“, sagt die Rentnerin: „Also haben wir uns gefragt, was wir geben können – und kamen auf unsere Goldringe.“ Vor vielen Jahren hatten sie diese auf Borkum gekauft, bei ihrer Verlobung. „Aber mein Ring war mir inzwischen zu weit geworden, und wir sind nicht sonderlich sentimental“, sagt der 71-jährige Jan Bochenski, der selbst aus Oberschlesien stammt.

Der frühere Bautechniker und seine Frau sind alles andere als erpicht darauf, Schlagzeilen zu machen. Doch in Polen machte die Geschichte von dem Paar aus Deutschland, dass seine eigenen Eheringe hingab, um polnischen Kindern zu helfen, schnell die Runde. Sie verbreitete sich über soziale Netzwerke, der bekannte TV-Moderator Filip Chajzer unterstützte einen Aufruf, die unbekannten Spender ausfindig zu machen. „Täglich bekamen wir Anfragen von Medien – halb Polen wollte wissen, wer dieses Paar ist“, sagt Daria Adamczyk: „Bei vielen Menschen sorgte die Hilfsbereitschaft der Hannoveraner für Gänsehaut.“

Am Ende konnten die Aktivisten die Spender nun ausfindig machen. In ihrer Wohnung in Ledeburg bekamen die Bochenskis Besuch von jener Frau, die die Ringe bei der Auktion in Herrenhausen für 120 Euro ersteigert hatte: „Die Geste des Ehepaars hat mich sehr berührt“, sagt Beata Dylong aus Hänigsen: „Ich habe die Ringe nur gekauft, um sie zurückzugeben.“ Und so haben die Bochenskis ihre Ringe nun wieder. Als wäre gar nichts geschehen. Dabei hat es bei diesem Ringtausch am Ende nur Gewinner gegeben.

Von Simon Benne

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