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Aus der Stadt Dioxin-Eier sind
 in Hannover im Handel
Hannover Aus der Stadt Dioxin-Eier sind
 in Hannover im Handel
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22:09 10.01.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Wie die Eier in den Umlauf geraten konnten, ist bislang unklar. „Die Vertriebswege müssen jetzt ermittelt werden", sagte Regionssprecher Nils Meyer am Montagabend in Hannover.

Die Eier, die mit dem Erzeugercode 2-DE-0350384 gekennzeichnet sind, wurden bis zum vergangenen Sonnabend (8. Januar) in Geschäften der Region verkauft. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg rät vom Verzehr der Eier mit dieser Kennnummer ab.

Der Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen sei erst am Montag darüber informiert worden, dass die belasteten Eier bis Freitag in den Läden gekauft wurden, sagte Meyer. Am Sonnabend habe die Behörde die betroffene Charge aus dem Handel genommen. „Möglicherweise haben Verbraucher noch einige in ihren Kühlschränken. Es ist daher anzuraten, die Kennnummern genau zu überprüfen und die Eier nicht zu essen“, sagte Meyer. Der Amtsarzt der Region Hannover, Hans-Bernhard Behrends, weist jedoch darauf hin, dass einzelne belastete Eier keine akute Gesundheitsgefährdung bewirken können.

Die in der Region Hannover entdeckte Charge stammt aus einem Betrieb im Landkreis Cloppenburg. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ist es unwahrscheinlich, dass die Dioxin-Eier absichtlich aus dem gesperrten Betrieb in den Handel gebracht wurden. Vermutlich sei die Charge schon an einen Zwischenhändler gegangen, bevor der Betrieb gesperrt wurde, sagte Ministeriumssprecher Gert Hahne am Abend.

Die Behörden und Öffentlichkeit haben auch drei Wochen nach der Selbstanzeige eines Futtermittelherstellers aus Niedersachsen keine Klarheit darüber, woher das Dioxin stammt, das für die Verunreinigung von Tierfutter verantwortlich ist. Nach Angaben der Organisation Foodwatch könnte ein in Deutschland seit mehr als 20 Jahren verbotenes Pflanzenschutzmittel die Ursache für überhöhte Grenzwerte sein. Das Bundesagrarministerium und auch eine Sprecherin des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bezeichneten die Darstellung von Foodwatch jedoch als „reine Spekulation“.

In Niedersachsen sind immer noch rund 1500 landwirtschaftliche Betriebe gesperrt. Nachdem am Wochenende Schweinemast- und Milchbetriebe wieder auf den Markt gelassen worden waren, gab es am Montag keine weiteren Freigaben. Rinder-, Schweine- und Geflügelfleischproben würden weiter untersucht, sagte eine Laves-Sprecherin.

Margit Kautenburger
 und Karl Doeleke