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Aus der Stadt Doppelte Strafe für üble Beleidigung
Hannover Aus der Stadt Doppelte Strafe für üble Beleidigung
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19:16 01.03.2017
Von Michael Zgoll
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Hannover

Jetzt hat das Amtsgericht einen Mann, der einen Polizisten als „Bastard“, „Hurensohn“ und „Wichser“ beschimpft hatte, zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Zugleich legte Richter Ulrich Kleinert dem vielfach vorbestraften Selcuk K. (42) als Bewährungsauflage eine Geldstrafe von 1800 Euro auf, zahlbar in Monatsraten von 50 Euro an eine Stiftung der Polizeigewerkschaft. Die Beleidigungen gegen den heute 27 Jahre alten Beamten seien „überaus deftig“ gewesen, sagte Kleinert. Zudem habe K. versucht, den Zivilpolizisten einzuschüchtern – auch mit dem Hinweis auf seine eigene kriminelle Vergangenheit.

Einen zweiten Anklagepunkt musste die Staatsanwältin fallenlassen, weil die Tat K. nicht nachzuweisen war. Am 22. Juni war bei Facebook ein Foto des Polizisten aufgetaucht, unter dem dieser in höchstem Maße ehrverletztend verunglimpft wurde – aufgenommen bei dessen Einsatz an der Einmündung der Langen Laube in die Münzstraße. Der nicht ganz rechtschreibsichere Kommentar war in höchstem Maße ehrverletzend: „Das ist der Held des türkischen Abends. Dieser verfügte scheiß Bulle konnte wohl die Siegesfeier der Türken nicht dulden und dachte, er müsste mal mit Pfefferspray 12- bis 13-jährige Mädchen besprühen. Teilt diesen Wichser!“ Geteilt wurde die Nachricht tatsächlich 51-mal. Der Beamte bestritt vor Gericht, ein Kind angesprüht zu haben.

Wie Verteidiger Matthias Waldraff erklärte, war es das Kind eines Bekannten von K., das in der aufgeheizten Atmosphäre am Steintor Opfer einer Pfefferspray-Attacke wurde. Sein Mandant sei vom Onkel des Kindes darauf aufmerksam gemacht worden und habe daraufhin den Polizisten beschimpft; der Fake-Account bei Facebook sei jedoch nicht von K. eingerichtet worden. Wer tatsächlich der Urheber war, verblieb im Dunklen, das Profilbild aber zeigte einen sicherlich Unbeteiligten: den Schauspieler Elyas M’Barek aus dem Film „Fack ju Göhte“.

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