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Aus der Stadt Doppelter Geburtstag in der „Klickmühle“
Hannover Aus der Stadt Doppelter Geburtstag in der „Klickmühle“
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00:15 17.03.2013
„Ich und eine Kneipe? Das geht gar nicht.“ Ging doch, seit 25 Jahren. Angelika Kaiser und Koch „Kurtchen“ Köhn hinterm Tresen. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Es ist wohl auch ein bisschen dem Schicksal zu verdanken, das 
Angelika Kaiser heute da ist, wo sie ist. Die Väter der „Pupasch“-Systemgatronomie hatten sich mal für ihre Eckkneipe auf halbem Weg zwischen Landtag und Markthalle interessiert. Sie wollten daraus „Die dolle Knolle“ machen. Es wurde aber nichts draus. Die „Klickmühle“, die ihren Namen bei einer schon im Mittelalter an der Leine klappernden Mühle entlehnt, sollte die „Klickmühle“ bleiben, fand Kaiser.

Heute wacht Angelika Kaiser seit 25 Jahren in ihrer von außen unscheinbaren Eckkneipe über die Einhaltung der Zeitlosigkeit. Und dazu wird Kaiser heute auch noch 63 Jahre alt. Beides sieht man der Wirtin nicht an, weder das eigene Alter, noch das Vierteljahrhundert hinter dem Tresen. Kaiser hatte sich, 1988, gerade frisch scheiden lassen, als in der „Klicke“ eine Aushilfe gesucht wurde, und eine Freundin sie vorstellte. „Ich und eine Kneipe? Das geht eigentlich gar nicht“, hat die gebürtige Döhrenerin sich damals gesagt – und trotzdem angefangen.

Zwei Jahre später zog es den Chef nach Nienburg, und Kaiser wurde Chefin des zeitlosen Mikrokosmos. Viel hat sich nicht geändert seither. Nicht das Bier, „natürlich Herri“. Nicht das Team mit Eva Hildebrandt, Oda Grote und Koch „Kurtchen“ Köhn, dem Verteidiger der Hausmannskost und des Gutbürgerlichen, der damit hadert, dass ausgerechnet seine Currywurst bei den Gästen als Klassiker gilt.

Und überhaupt die Gäste. Die Nähe zum Landtag und zum Fußballstadion spielen der Kneipe in die Hand. Die neue Ministerriege kam nach der Kabinettsvorstellung mitsamt dem neuen Regierungschef Stephan Weil vorbei. Ebenso wie in den Jahren zuvor dessen Vorgänger von David McAllister über Christian Wulff, Sigmar Gabriel, Gerhard Glogowski bis zum „Godfather of Currywurst“, Gerhard Schröder.

„Vielleicht mögen es die Politiker, hier ihre Volksnähe zu zeigen“, mutmaßt die Wirtin, die sich darüber ausschweigt, was die Politiker an ihrem Tresen von sich geben und zu sich nehmen. Ehrenkodex!

Den großen HAZ-Glossenschreiber „Jo“ Freter, den das Treiben an der dortigen Theke zu vielen seiner humorigen Analysen von Menschen und Menschlichkeit inspiriert hatte, brachte das mal auf die Idee, Kaiser als Kandidatin fürs Oberbürgermeisteramt im Rathaus zu lancieren. Sie verwarf die Schnapsidee und überließ es Rita Pawelski, an der SPD zu scheitern.

Ein anderes Amt hat Kaiser dann aber doch angenommen: Vorstand im 96-Fanklub „Rote Reihe“. Eine Herzensangelegenheit, signierte Fotos an den Wänden beweisen das. Die rote Ahnengalerie reicht zurück bis zu Fredy Heiser und Hans Siemensmeyer. Aktuellere Dokumente belegen die Besuche von Klubchef Martin Kind sowie den Spielern Altin Lala, Steven Cherundolo, Hanno Balitsch, Michael Tarnat und Arnold BrugginkKaisers Stimme bekommt einen süßen, mädchenhaften Klang, wenn sie von dem charmanten Holländer erzählt.

Am Freitag wird in der „Klickmühle“, Leinstraße 25, ab 19 Uhr gefeiert. Und zwar zeitlos: Für Speisen und Getränke gelten die Preise von vor 25 Jahren. Wer will, darf in D-Mark bezahlen.

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