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Aus der Stadt Dorothea Brunke ist seit 31 Jahren für die HAZ unterwegs
Hannover Aus der Stadt Dorothea Brunke ist seit 31 Jahren für die HAZ unterwegs
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18:16 18.12.2011
Von Conrad von Meding
Immer da, wenn die Stadt erwacht: Dorothea Brunke. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Morgens lädt sie 250 Zeitungen auf ihr Fahrrad. So viele Briefkästen wird Dorothea Brunke ansteuern an diesem Morgen in der Innenstadt. Rund um die Oper, in der Prinzen- und der Sophienstraße und An der Börse stellt sie die HAZ zu – und das nun schon seit 31 Jahren. Jetzt steht wieder die anstrengendste Zeit des Jahres bevor. „Wenn es kalt ist, das macht mir nichts“, sagt sie. „Aber wenn Schnee liegt oder es eisglatt ist, dann kann ich nicht fahren, sondern muss schieben.“ Die vielen Zeitungen würden das Rad sonst in jeder Kurve zum Schlittern bringen.

Morgens gegen 5.30 Uhr ist es ganz ruhig in der Stadt. Der Pförtner des Opernhauses macht gerade Feierabend und grüßt im Vorbeigehen – an dem Lavesbau befindet sich die Ablagestelle, an der ein Transporter jeden Morgen die gedruckten Nachrichten des Tages für Dorothea Brunke ablädt. Die 55-Jährige trifft auf ihrem gut einstündigen Weg durchs Zentrum auch die ersten Straßenreiniger, und in der Theaterstraße tritt ein verschlafener Frühaufsteher aus einer Haustür und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Die Stadt erwacht. Jeden Morgen bekommt die Zeitungsausträgerin dieses Schauspiel aufs Neue präsentiert.

Wer mit ihr Schritt halten will, muss durchaus schnell gehen. Jeder Handgriff sitzt, sie kennt hier jeden Winkel, jede Haustür, jeden Briefschlitz. Den Innenstadtbezirk betreut sie seit etlichen Jahren, vorher hat sie in anderen Stadtteilen gearbeitet. Eins ist sicher: Ihr derzeitiges Betätigungsfeld hat wohl die schönsten Hauseingänge der Stadt. Sandsteingeflieste Bankhäuser, marmorverkleidete Kanzleien, in Granit gefasste Büroflure – Dorothea Brunke durchmisst sie mit gezielten Schritten und liefert ihre Fracht ab. Einige Stunden später wird hier das Großstadtleben pulsieren.

Dorothea Brunkes zwei Kinder sind inzwischen groß, „ich genieße die Ruhe, wenn ich nach dem Zeitungsaustragen nach Hause komme“, sagt sie. Aber es ist durchaus ein anspruchsvoller Job, den sie jeden Tag erledigt. Zurzeit betreut sie eine Tour in Linden mit, weil dort ein Kollege ausgefallen ist. „Wenn man die Touren nicht kennt, dann nimmt die Suche nach dem richtigen Briefkasten oft die meiste Zeit ein.“ In der Innenstadt kann ihr das nicht passieren. Dort kennen viele ihrer langjährigen Kunden die quirlige Frau. Und manch einer hängt in diesen Tagen vor Weihnachten auch einen kleinen Gruß mit einem Präsent oder einem Trinkgeld an den Briefkasten, um für die zuverlässige Arbeit zu danken. „Darüber freuen meine Kollegen und ich mich natürlich besonders“, sagt sie.

Vereinzelt gibt es durchaus auch weniger schöne Momente im Leben einer Zeitungsausträgerin. „Letztens hat mir jemand mein Fahrrad gestohlen“, berichtet Dorothea Brunke, noch immer entrüstet. Ihr Fahrrad, das ist ihr Arbeitsgerät. Die Polizei fand es wenig später einige Straßen weiter wieder – ein Nachtschwärmer hatte es wohl für dem Heimweg genommen. Aber glücklicherweise sind solche Ereignisse rar gesät: „So etwas ist mir vorher noch nie passiert – und ich hoffe, dass es mir auch nie wieder passiert.“ Denn den Job aus Zeitungsausträgerin will sie noch viele Jahre machen.

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