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Aus der Stadt Bilder, die die Welt deuten
Hannover Aus der Stadt Bilder, die die Welt deuten
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17:46 27.03.2014
Von Sonja Fröhlich
Quelle: Kris Finn

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das ausdrucksstärkste Bild seiner Reihe? „Die tätowierte Hand, die aus einem Öltank“ ragt, sagt Kristoffer Finn. Ihn erinnert die Szene auch an die Freiheitsstatue und die unerschütterliche Energie, die die Arbeiter im US-Bundesstaat North Dakota aufbringen, um ihrem amerikanischen Traum näherzukommen. Finn lebte sechs Wochen lang in der Provinz Williston, dem Zentrum des Ölbooms. Dort traf er auf Tausende Menschen, die nach der Wirtschaftskrise hofften, mit dem Lohn eines Ölarbeiters ein neues Leben beginnen zu können. Der 31-Jährige Lindener schlief mit den Arbeitern in einer überfüllten Kirche. Er fotografierte sie bei der Arbeit, in den Mittagspausen, beim Duschen im Fitnesscenter. „Manchmal habe ich mich schon gefragt: ,Was machst du hier eigentlich in dieser Einöde?‘“ Es hat sich gelohnt. Die Abschlussarbeit des ehemaligen Fotostudenten der Hochschule Hannover wurde unter dem Titel „Lockruf des Öls“ im „Stern“ veröffentlicht. Die Nominierung für den CNN-Award sei eine besondere Anerkennung nach der entbehrungsreichen Zeit, sagt Finn.

Menschen im Müll

Weltweit fallen nach Schätzung der UNO jährlich 50 Millionen Tonnen giftigen Elektroschrotts an, Computer, Telefone, Elektroherde. Trotz gesetzlicher Verbote werden jährlich 155 000 Tonnen allein aus Deutschland ins Ausland verschifft – ein großer Teil davon landet in Entwicklungs- und Schwellenländern. Kai Löffelbein reiste nach Ghana und China, um zu sehen, was mit dem Müll dort passiert. Der 32-Jährige sah, wie die Arbeiter unter widrigsten Umständen die hochgiftigen Stoffe auf offener Straße verbrennen oder in Kleinstarbeit zerlegen – und dokumentierte auch die Gefahren, die freigesetzte Stoffe wie Arsen und Quecksilber für Menschen und Umwelt darstellen. Die Fotoreportage „Der Giftschatz im Inneren des Müllberges“ erschien in der „Geo“. Löffelbein studiert Fotojournalismus und Dokumentarfotografie in Hannover und lebt in Linden.

Kinder des Krieges

Seine Video- und Fotoarbeit „Die Spur der toten Kinder“, die in der iPad-Version des „Spiegel“ erschien, lässt den Betrachter schwer schlucken. Der hannoversche Student Christian Werner besuchte im Irak Familien, die unter den Folgen des Ölkrieges leiden. Dort stieg
die Krebsrate signifikant an, jeden Tag werden missgebildete Kinder geboren. Es liegt nahe, dass die mit Uran angereicherte Munition die Schäden und Erkrankungen hervorruft. „Es war erst schwer, alle Genehmigungen für die Recherche zu bekommen, aber die Familien waren froh, dass sich jemand kümmert.“ Es habe Familien gegeben, die ihm ihre Kinder mit nach Deutschland geben wollten – um sie versorgt zu wissen, sagt der 26-Jährige. „Ich war vorbereitet und wusste, was mich erwartet – dennoch war es eine psychische Extremsituation.“

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