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Aus der Stadt Messerstecher muss drei Jahre in Haft
Hannover Aus der Stadt Messerstecher muss drei Jahre in Haft
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00:15 02.05.2014
Von Michael Zgoll
Quelle: Symbolbild
Hannover

Ein 24-jähriger Mann ist am Dienstag vor dem hannoverschen Schwurgericht zu drei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Der Student hatte nach einem Besuch des Maschseefests 2012 unter Alkoholeinfluss drei etwa gleichaltrige Männer attackiert und mit einem Messer schwer verletzt – ein Opfer sogar lebensbedrohlich. Den Vorwurf des versuchten Totschlags ließ das Gericht fallen. Ein 24-jähriger Mitangeklagter, der seinen Freund bei der Tat nahe der Nord/LB angefeuert haben soll, wurde freigesprochen.

Ein Gutachter hatte Markus B., der während der Tat stark alkoholisiert war, eine erheblich verringerte Steuerungsfähigkeit attestiert. Der Alkoholkonsum habe sich jedoch nicht strafmildernd ausgewirkt, sagte Richter Wolfgang Rosenbusch in der Urteilsbegründung.

B., der vor Kurzem ein Studium auf Malta beendet und auf der Mittelmeerinsel eine Firma mitbegründet hat, hatte in den späten Abendstunden des 3. August 2012 an der Ecke Friedrichswall/Willy-Brandt-Allee drei Passanten angepöbelt. Er war mit seinem langjährigen Freund auf dem Heimweg Richtung Aegi, die drei kamen ihm zufällig entgegen und wollten zum Maschsee.

Der erheblich alkoholisierte B. beschimpfte die türkischstämmigen Männer als „Kanacken“ und „Bastards“. Plötzlich hielt er einem der drei ein Messer an die Kehle und stach diesem in den Oberschenkel. Als ein Freund des Opfers eingriff, bohrte Markus B. diesem die Waffe seitlich in die Rippen und verletzte ihn an der Milz. Wäre das Opfer nicht unmittelbar danach notärztlich versorgt worden, hätte er verbluten können. Das dritte Opfer, ebenso Student wie der Täter, erlitt Schnittverletzungen im Gesicht. Wenig später war die Polizei vor Ort und nahm den immer noch mit dem Messer herumfuchtelnden Markus B. und seinen Freund Mirko T. am Nord/LB-Gebäude fest.

Richter Rosenbusch betonte in seiner Urteilsbegründung, dass die Opfer den Täter nicht provoziert hätten. "Es gab keinen Anlass, ein Messer zu ziehen". Die ausländerfeindlichen Beschimpfungen nannte er "menschenverachtend". B. hatte ein rassistisches Tatmotiv während des Prozesses zurückgewiesen. Warum er die drei Männer provoziert und schließlich angegriffen habe, könne er sich selbst nicht erklären. Das Mitführen eines Messer diente Selbstverteidigungszwecken, erklärte B. und verwies auf einen Überfall, den er vor Jahren habe erleben müssen.

Markus B. hatte seine Tat mehrmals als „dämlich“ bezeichnet und sich bei jedem der Opfer von Angesicht zu Angesicht entschuldigt. Zudem zahlte er den drei Männern im Zuge einer Adhäsionsregelung freiwillig Schmerzensgeld: einmal 5000 Euro für den lebensgefährlich verletzten Mann und je 2500 Euro für die anderen beiden Opfer. Richter Rosenbusch sagte, dass diese "friedensstiftenden Maßnahmen" sich strafmildernd auf das Urteil ausgewirkt hätten. Normalerweise seien für eine derartige Tat vier bis fünf Jahre Haft üblich.

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