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Aus der Stadt Drei Klagen gegen De-Haën-Sanierung
Hannover Aus der Stadt Drei Klagen gegen De-Haën-Sanierung
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20:37 22.10.2013
Von Mathias Klein
Foto: Komplizierte Sanierung: Aus einigen Innenhöfen musste die ausgebaggerte Erde mühsam mit einem Kran über die Häuser gehoben werden.
Komplizierte Sanierung: Aus einigen Innenhöfen musste die ausgebaggerte Erde mühsam mit einem Kran über die Häuser gehoben werden. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Etwa fünf Jahre nach der Entdeckung von radioaktiven Altlasten im hannoverschen Stadtteil List ist die Sanierung der betroffenen Grundstücke am De-Haën-Platz weitgehend abgeschlossen. Wie der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs, am Dienstag mitteilte, gibt es aber derzeit beim Verwaltungsgericht noch drei Klagen von Grundstückseigentümern gegen die Sanierungsanordnung der Region.

Betroffen von der Belastung durch radioaktive Stoffe wie Uran, Thorium und Radium sowie durch Schwermetalle waren zunächst insgesamt 45 Grundstücke. Die Eigentümer von 31 Grundstücken hatten sich am gemeinsamen Sanierungsplan der Region beteiligt, fünf Grundstücke haben die Eigentümer in Eigenregie saniert. Bei drei weiteren Grundstücken haben die Besitzer zugestimmt, die Innenhöfe nicht als Kinderspielfläche zu nutzen, deshalb konnten sie sich eine Sanierung sparen. Auf einem Grundstück wurde entgegen der ursprünglichen Erkenntnisse keine radioaktive oder chemische Belastung festgestellt, es musste nicht saniert werden. Ein weiteres Grundstück wurde teilsaniert. Ein Grundstück wurde weder saniert, noch klagen die Eigentümer.

Die Kosten für den gemeinsamen Sanierungsplan der Region liegen bei rund 2,3 Millionen Euro. Region und Landeshauptstadt haben sich mit jeweils 500.000 Euro beteiligt, um die Belastung für die Grundstückseigentümer zu verringern. Außerdem hatte die Stadt einen Härtefallfonds aufgelegt. Daraus sind an 17 Besitzer selbst genutzter Eigentumswohnungen insgesamt 65.000 Euro auszahlt worden.

Priebs sagte am Dienstag im Umweltausschuss der Region, die Kosten seien für die Eigentümer „sehr schmerzhaft“. Für die Besitzer von Wohnungen und Häusern sei die Sanierung eine schwierige Situation, die von ihnen bis heute als ungerecht empfunden werde, meinte er. Die Tatsache, dass Haus- und Wohnungseigentümer für eine mehr als 100 Jahre Altlast, die sie selbst nicht verschuldet haben, zahlen mussten, habe die Verhandlungen nicht gerade vereinfacht.

Eigentlich sollten die Arbeiten schon vor einigen Monaten abgeschlossen sein. Allerdings war die Sanierung kompliziert: Aus einigen Innenhöfen musste die ausgebaggerte Erde mühsam mit einem Kran über die Häuser gehoben werden. Der radioaktiv belastete Boden, rund 3900 Tonnen, wurde auf einer Spezialdeponie in Sachsen entsorgt. Der chemisch verseuchte Boden (2500 Tonnen) kam in eine Bodenwaschanlage.

Die chemische Fabrik Eugen de Haën hatte den verseuchten Boden hinterlassen. Sie hatte bis zum Jahr 1902 in diesem Bereich produziert. Die Firma existiert seit längerer Zeit nicht mehr. Ein Versuch der Region, die Firma Honeywell für die Sanierung in die Pflicht zu nehmen, scheiterte vor dem Verwaltungsgericht.

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