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Aus der Stadt Drittes Flüchtlingsheim in Stöcken geplant
Hannover Aus der Stadt Drittes Flüchtlingsheim in Stöcken geplant
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00:21 18.05.2014
Von Tobias Morchner
Die fünfjährige Sandra und weitere Flüchtlinge aus dem Irak sitzen am Flughafen Hannover in Langenhagen.
Die fünfjährige Sandra und weitere Flüchtlinge aus dem Irak sitzen am Flughafen Hannover in Langenhagen. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Konzentriert die Stadt zu viele Flüchtlinge ausgerechnet in den sozial schwierigen Stadtteilen? In Stöcken, wo bereits ein Flüchtlingsheim eingerichtet ist und jetzt ein weiteres Mehrfamilienhaus zur Unterbringung von Hilfesuchenden gekauft wird, will die Verwaltung überraschend ein ehemaliges Hotel als dritte Unterkunft zur Verfügung stellen. Das hat die Verwaltung in vertraulicher Sitzung dem Bezirksrat mitgeteilt – und damit Sorgen ausgelöst. Stöcken ist Teil des Förderprogramms „Soziale Stadt“, mit dem der Bund städtebauliche Aufwertung unterstützt und sozialen Problemen vorbeugen will. Unter anderem wird ein Freizeitheim gebaut und der Stadtteil baulich aufgewertet, die Stadt unterstützt Initiativen zum besseren Zusammenhalt.

Da erstaunt es manchen, dass nun in drei fast benachbarten Straßen Flüchtlinge konzentriert werden sollen. „Wir möchten den Flüchtlingen gerne helfen, es ist nur die Frage, ob es nicht bessere Alternativen zu diesem Standort gibt“, sagt eine Stöckenerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Bezirksbürgermeisterin Marion Diener (SPD) wollte sich Donnerstag nicht zu den Plänen der Verwaltung äußern. Die Stadt verweist darauf, dass noch gar kein endgültiger Beschluss vorliege. „Es handelt sich lediglich um einen Vorschlag, der erst von den Gremien verabschiedet werden muss“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos.

Dennoch sind die Pläne der Stadt durchaus konkret. In dem ehemaligen Hotel in der Weizenfeldstraße soll es auf einer Nutzfläche von 1115 Quadratmetern 30 Einzelzimmer mit eigenem Badezimmer geben sowie drei weitere Einheiten mit je zwei bis drei Zimmern. Insgesamt können in dem Gebäude 39 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Vermieter des Hotels war auf die Stadtverwaltung zugegangen und hatte das Objekt angeboten. Maximal vier Jahre soll das Gebäude als Unterkunft vermietet werden. Danach hat der Vermieter andere Pläne für das Grundstück. Ein Verkauf ist ausdrücklich ausgeschlossen. Sollte der Mietvertrag zustande kommen, müsste die Stadt für Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro aufkommen.

Den Einbau von Küchen und die Kosten für erforderliche Brandschutzmaßnahmen würde der Vermieter übernehmen. Auch das vorhandene Inventar würde der Vermieter der Stadt zur Verfügung stellen. Die bestehende Unterkunft ist im Lauckerthof, das zusätzliche neue Gebäude liegt in der Ohebruchstraße, die Stadt will es kaufen. In Hannover sind derzeit rund 1200 Flüchtlinge untergebracht. Die Zahl wird in den kommenden Monaten steigen. Erst am Dienstag hatte Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) den Bund aufgefordert, mehr Flüchtlinge insbesondere aus Syrien aufzunehmen als geplant. Neben der Anmietung von derzeit leeren Gebäuden baut die Stadt Hannover aktuell auch Unterbringungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge. Mindestens sieben Unterkünfte sollen entstehen, unter anderem in der Südstadt, in Kleefeld, in der List und in Bothfeld.

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