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Aus der Stadt Rock ’n’ Roll in Birkenstocks
Hannover Aus der Stadt Rock ’n’ Roll in Birkenstocks
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00:19 23.11.2014
Von Rüdiger Meise
Die beiden Filmemacher Steffen König (links) und Olaf Neumann zeigen die Duesenberg-Gitarre, deren Herstellung im Film gezeigt wird.
Die beiden Filmemacher Steffen König (links) und Olaf Neumann zeigen die Duesenberg-Gitarre, deren Herstellung im Film gezeigt wird. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Duesenberg - eine hannoversche Gitarre erobert die Musikwelt. Jetzt soll ein hannoverscher Film zu diesem Thema die Kinowelt erobern. Die Deutschland-Premiere im Kino am Raschplatz geriet zu einem Treffen von alten Recken der Rockmusik-Szene der Stadt - ergänzt mit Fans und Polit-Prominenz.

Duesenberg-Gründer Dieter Gölsdorf weiß, wie man sich zur Premiere eines Musikfilms anzieht: Mit schrillem grüngelbem Sakko und ebensolchen Gamaschen über den Birkenstock-Sandalen begrüßt er im Foyer alte Freunde: „Silly“-Gitarrist Uwe Hassbecker ist in Lederjacke aus Berlin angereist, und das hannoversche Rock-Urgestein Erwin Kania („Jane“, auch in Lederjacke) findet, dass man doch auch ein paar von den ganz alten Jungs hätte herbringen können, die heute im Heim leben.

Duesenberg - eine hannoversche Gitarre erobert die Musikwelt. Jetzt soll ein hannoverscher Film zu diesem Thema die Kinowelt erobern.

Der Komponist und Produzent Heiner Lürig, Vater des Musicals „Ein Sommernachtstraum“ in Herrenhausen, kommt gerade aus dem Studio, Regionspräsident Hauke Jagau vom Bürgerdialog zur Wasserstadt. Beide sind Gitarristen - allerdings hat Jagau nie Heinz Rudolf Kunzes Band geleitet. Lürig schon.

Stadt-Personalchef Harald Härke ist ebenso im Thema wie Gitarrenbauer Andreas Stratmann und Lothar Schlieckau, Grünen-Fraktionschef im Rat. „Ich habe 1970 das letzte Konzert von Jimmy Hendrix in Deutschland gesehen“, erzählt er. „Damals haben die Sicherheitsleute die Bühne abgefackelt, weil die Veranstalter mit der Kasse durchgebrannt waren.“ Das war Rock ’n’ Roll. Etwas abseits stehen Hans-Joachim Flebbe, der sein Kino für die Premiere zur Verfügung gestellt hat, und Hannover Concerts-Chef Wolfgang Besemer. Besemer kennt sie alle. Seit Jahrzehnten.

Den Altersschnitt drücken Dieter Gölsdorfs Tocher Jule, Moderatorin bei NTV und beim Hessischen Rundfunk, sowie die beiden Regisseure von „Love Supreme“, Olaf Neumann und Steffen König. Produzent Josef Wutz erzählt, dass die beiden Hannoveraner versäumt hatten, sich um die teuren Musiklizenzen für all die Lieder zu kümmern, die im Film gespielt werden: „Plötzlich wurde unser Gespräch sehr ernst.“ Gut, dass es die Nordmedia-Filmförderung gibt. „Die Aufgabe war ungewöhnlich, aber wir haben sie gemeistert“, sagt Geschäftsführer Thomas Schäffer. Ein ganzes Jahr habe es gedauert, bis die Lizenzen vorlagen.

Auf der Premierenparty im Palo Palo greift Dieter Gölsdorf mit seiner Band Los Dooros selbst in die Saiten. Natürlich sind sie auf eine Duesenberg-Gitarre gespannt. Und er beweist: Rock’n’ Roll funktioniert auch in Birkenstocks.

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