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Aus der Stadt Waldraff kehrt der Stadtpolitik den Rücken
Hannover Aus der Stadt Waldraff kehrt der Stadtpolitik den Rücken
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00:16 21.11.2013
Von Andreas Schinkel
Bleibt seiner Partei treu: Ex-OB-Kandidat Matthias Waldraff Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Beide gehören der CDU-Landtagsfraktion an. Zwar dränge er nicht auf einen Posten in der Landespolitik, betont Waldraff, er wolle sich aber in Gremien einbringen. „Die Verbindung mit McAllister und Thiele ist nicht von Eitelkeiten geprägt, wie ich es auf kommunaler Ebene erlebt habe“, setzt Waldraff hinzu. Wie es für ihn politisch weitergeht, werde er jedenfalls nicht mit der Spitze der CDU-Ratsfraktion besprechen.

Der renommierte Strafverteidiger hatte zweimal gegen SPD-Mann Stefan Schostok verloren. In der Stichwahl am 6. Oktober errang Waldraff 33,7 Prozent der Stimmen, Schostok wurde mit 66,3 Prozent ins OB-Amt gewählt. Sowohl Waldraff als auch Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer beklagten noch in der Wahlnacht die mangelnde Unterstützung der CDU-Ratsfraktion. Die Fraktionsführung wies die Vorwürfe zurück, man habe dem Kandidaten immer beratend zur Seite gestanden, heiß es.

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Nach der Nominierung des ehemaligen hannoverschen Polizeipräsidenten Axel Brockmann zum Kandidaten der CDU für das Amt des Regionspräsidenten ist der Waldraff-Wahlkampf noch einmal in die Diskussion geraten. Die Zusammenarbeit mit dem parteilosen Brockmann werde besser funktionieren als mit Waldraff, kommentierte CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Brockmann könne sich besser anpassen und wisse, worum es in der Kommunalpolitik gehe.

Auch hat sich unter den Christdemokraten die Meinung durchgesetzt, dass auf Wahlplakaten wieder mit dem CDU-Logo geworben werden sollte, obwohl Brockmann gar nicht Parteimitglied ist. Im OB-Wahlkampf hatte man auf Postern auf das Signet der Partei verzichtet, um Waldraff als unabhängigen Kandidaten hinzustellen.

Waldraff will die Seitenhiebe aus seiner Partei nicht kommentieren. „Ich beteilige mich nicht am Nachtreten“, sagt er. Er gibt aber zu bedenken, dass er mit dem Parteiemblem auf den Plakaten womöglich noch weniger Stimmen bekommen hätte. „Viele Vertreter aus dem bürgerlichen Lager haben mir gesagt: ,Ich wähle Sie und nicht die CDU‘“, erzählt er. Vermutlich habe er mit seinen Forderungen nach doppelter Staatsbürgerschaft und Gleichstellung homosexueller Paare konservative Kreise in der CDU gegen sich aufgebracht. „Aber genau diese Themen stehen jetzt bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin auf der Agenda“, sagt Waldraff. So falsch habe er also nicht gelegen. Derzeit konzentriert sich Waldraff vor allem auf seine Arbeit als Rechtsanwalt. „Da gebe ich Vollgas“, sagt er.

Die CDU, da ist sich Waldraff sicher, müsse weiter modernisiert werden. „Ich stehe aufseiten der Jüngeren in der Partei“, meint der 61-Jährige.

18.11.2013
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