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Aus der Stadt Ehemaliges AOK-Gebäude wird abgerissen
Hannover Aus der Stadt Ehemaliges AOK-Gebäude wird abgerissen
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21:04 27.02.2013
Wird bald Geschichte sein: das AOK-Gebäude an der Hans-Böckler-Allee. Quelle: Bauch
Hannover

Hannovers heruntergekommenste Büroimmobilie, das ehemalige AOK-Gebäude am Pferdeturm, wird abgerissen. Die Stadt hat das Grundstück samt Immobilie vom Projektentwickler BauWo Grundstücks AG gekauft. Für den Preis, der nicht genannt wurde, lässt die BauWo den ausgedienten Bürokomplex bis zum Sommer abbrechen und übergibt das Areal dann der Stadt. Freuen über den Deal, den der Rat noch absegnen muss, wird sich auch die Messe AG. Die Ruine wirkt für Besucher, die auf dem Schnellweg Richtung Ausstellungsgelände fahren, wie eine Visitenkarte – aber eine ausnehmend hässliche.

Vor fünf Jahren war die Krankenkasse aus dem Gebäude im typischen Siebziger-Jahre-Stil aus- und in einen Neubau eingezogen, den die BauWo ebenfalls an der Hans-Böckler-Allee errichtet hatte. Das ehemalige Domizil nahm der Projektentwickler in Zahlung. „Wir reißen erst ab, wenn wir einen Nutzer für einen Neubau haben“, sagte BauWo-Chef Bernd Rathenow seinerzeit. Obwohl der Investor 2009 einen Architektenwettbewerb für das AOK-Grundstück mit einer Größe von 18 000 Quadratmetern und eine etwas größere gegenüberliegende Brachfläche ausgerichtet hatte, fand sich niemand, der einsteigen wollte. Zwischenzeitlich wuchs die Kritik am Zustand der Immobilie – man sah eingeschlagene Fenster, Farbschmierereien, verbogene Metallbalustraden und herausgerissene Dämmstoffe.

Am Mittwoch erreichte die Serie der Zwischenfälle an dem Bau einen neuen Höhepunkt: Gegen 19.20 Uhr sahen Autofahrer Flammen aus dem Gebäude schlagen und alarmierten die Feuerwehr. Die brachte den Brand in der ehemaligen Caféteria des Bürobaus schnell wieder unter Kontrolle. Offenbar war das Feuer gelegt worden.

Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff, derzeit amtierender Verwaltungschef, ist sich sicher, dass der Stadt gelingt, was die BauWo nicht schaffte: „Es handelt sich um ein Filetgrundstück. Wir werden einen Investor finden“, sagt er. Aktuell gebe es keinen Interessenten, aber die Stadt stehe auch nicht unter Handlungsdruck: „Es gibt keinen Grund, so etwas zu verramschen. Wir müssen auch in einigen Jahren noch gute Grundstücke anbieten können und legen uns das auf Vorrat.“ Spätestens auf der Immobilienmesse ExpoReal im Herbst in München werde man die Vermarktung offensiv angehen – es sei denn, es finde sich vorher ein Käufer. Auch städtebaulich biete die neue Situation Möglichkeiten. „Wenn beide Flächen an der Hans-Böckler-Allee ansprechend bebaut sind, erhält Hannover an dieser Stelle ein attraktives Eingangstor“, sagt der Erste Stadtrat. Ein gültiger Bebauungsplan fliege vor; außerdem könnten Interessenten sich an den Ergebnissen des Architektenwettbewerbs orientieren.

Wie viel die Stadt für das Grundstück bezahlt hat, verriet sie nicht. Allerdings hatte BauWo-Chef Rathenow vor knapp einem Jahr die Abrisskosten für das Gebäude auf fast eine Million Euro taxiert. Würde der Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb umgesetzt, entstünden für 55 Millionen Euro 30 000 Quadratmeter Nutzfläche für Büros. Mönninghoff erklärte, dass die Stadt insgesamt Geld mit Grundstücksgeschäften verdiene. Jährlich kaufe man für etwa zehn Millionen Euro, erziele aber Verkaufserlöse in doppelter Höhe.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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