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Aus der Stadt Ehepaar scheitert mit Klage gegen Tui
Hannover Aus der Stadt Ehepaar scheitert mit Klage gegen Tui
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00:26 07.03.2015
Von Michael Zgoll
Symbolfoto
Symbolfoto Quelle: dpa
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Hannover

Wenn Laien versuchen, ohne anwaltliche Hilfe zu ihrem Recht zu kommen, geht das oft schief. Diese Erfahrung musste auch ein Ehepaar mittleren Alters machen, das nach einer verkorksten Urlaubsreise Schadensersatz von der Tui forderte. Die Mängel im Hotel auf der Kapverden-Insel Sal waren durchaus erheblich, wurden vom Reiseveranstalter auch gar nicht in Abrede gestellt. Allerdings hatte das Paar die Missstände lediglich auf einem Tui-Formular notiert, ohne nachfolgend klare Forderungen zu Schadensersatz oder Schmerzensgeld zu formulieren. Das Resultat: Die Urlauber guckten in die Röhre.

Glitschiger Boden mit Folgen

Das Ehepaar hatte sich im Dezember 2012 für zwei Wochen im Badeort Santa Maria eingemietet. Doch ihrer 2350 Euro teuren Fernreise froh wurden die zwei dort nicht: Vor dem Hotelfenster lärmte eine Baustelle, es fehlte an Selbstverständlichem wie Handtüchern, und nach dem Duschen lief Wasser ins Schlafzimmer. Auch empfanden es die Reisenden als eklig, dass gelegentlich Fäkalien aus der Toilette gespült wurden. Als der Mann dann auch noch auf wasserglattem Boden im Apartment ausrutschte und sich den Knöchel verstauchte, war’s endgültig vorbei mit der Erholung.

Auf einem Mängelformular, das die Tui für solche Fälle in petto hat, machten die beiden ihrem Ärger Luft. Doch dann versäumten sie es, der Tui innerhalb von vier Wochen mitzuteilen, welche Entschädigung sie konkret fordern. „Der Reiseveranstalter muss aber wissen, was man von ihm will, damit er seinerseits beim Verursacher Ansprüche geltend machen kann“, erläutert Amtsrichter Marcus Hettig.

Ein Kulanzangebot in Form eines 300-Euro-Reisegutscheins schlug das Paar aus, wollte – nun von einem Anwalt vertreten – eine Reisepreisminderung von 1060 Euro sowie 250 Euro Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreuden durchsetzen. Doch Richter Hettig konnte den vergrätzten Urlaubern jetzt nicht mehr helfen: Weil ihre Ansprüche schon lange perdu sind, gingen sie gänzlich leer aus.

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