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Aus der Stadt Sie tun was, damit es brennt
Hannover Aus der Stadt Sie tun was, damit es brennt
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10:18 25.04.2014
Von Bärbel Hilbig
Überall im Land lodern wieder die Osterfeuer. Doch ohne ehrenamtliche Hilfe ginge das nicht.
Hannover

Wenn am Sonnabend rund 50 Osterfeuer auf Festplätzen und Vereinsgrundstücken knistern, ist das zahlreichen Ehrenamtlichen aus Sportvereinen, Feuerwehren und Kleingartenvereinen zu verdanken. Auf der Bult durchschnitt das Kreischen der Motorsäge schon am Mittwoch die Stille. Ein gutes Dutzend Helfer räumte Baumschnitt hin und her, sortierte das Holz fürs Aufstapeln vor oder zerteilte Stämme in handliche Brocken.
Der SPD-Ortsverein Südstadt-Bult richtet dort in der Nähe des Hiroshima-Hains bereits zum 29. Mal das vielleicht größte Osterfeuer der Stadt aus.

Seit Jahren richtet die SPD das Osterfeuer auf der Bult aus, eines der größten in der Stadt. Ohne Freiwillige ginge dabei nichts. Sie sind seit Tagen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Quelle: Schledding

Vergangenes Jahr kamen trotz leichten Schneefalls rund 3000, in anderen Jahren auch schon 5000 Besucher. Mit den ersten Vorbereitungen haben die beiden „Holzbeauftragten“ Margitta Schuermann und Helmut Jäkel schon im Januar begonnen: sich bei den Kleingärtnern in Erinnerung rufen, Helfer ansprechen, Würstchen bestellen und beim Bauern nachfragen, der mit seinem Traktor heute das Aufschichten des Holzstapels vollenden wird. Vorher räumen rund 30 Freiwillige die Äste noch einmal um, damit kein Tier in die Flammen gerät. Und Helmut Jäkel achtet darauf, dass das dicke Stammholz richtig liegt.

„Es ist viel Arbeit, macht aber sehr Spaß. Obendrauf kommt ein vertrockneter Tannenbaum“, sagt Margitta Schuermann. Auch das hat Tradition: Einer der langjährigen Helfer lässt es sich nicht nehmen, jedes Mal auf den Holzstapel zu kraxeln, um den Baum anzubringen. Angezündet wird schon um 18 Uhr, damit auch Kinder das Feuer erleben können. Bei späten Gästen führt das schon mal zu enttäuschten Gesichtern. Jäkel zuckt die Schultern. „Die Leute denken, wir können das drei Stunden auf fünf Meter Höhe flackern lassen.“

Auch bei Erich Knoke und seinen Mitstreitern von der Schützengesellschaft Wülfel sorgt das Osterfeuer für betriebsame Tage. Rund 30 Schützen kümmern sich um den Einkauf der obligatorischen Würstchen und Getränke, das Zelt und  vor allem den möglichst geschickt geschichteten Holzstapel auf dem Festplatz in Wülfel. „Der Jüngste ist 50, aber das ist nur einer“, sagt Knoke, selbst 72 Jahre alt. Die anderen Schützen, die das Osterfeuer ausrichten, zählen 75 Jahre und mehr. „Aber die packen auch noch mit an.“ Knoke rechnet heute Abend mit rund 500 Besuchern am Osterfeuer. „Da brauchen wir keine Reklame zu machen. Die kommen seit Jahrzehnten.“ Gute Stimmung dürfte in Wülfel also garantiert sein.

Jahrhundertealte Tradition

Der Brauch des Osterfeuers ist seit vielen Jahrhunderten verbürgt. In den meisten Regionen in Deutschland werden die hoch aufgetürmten Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt in der Nacht von Karsamstag entzündet, manchmal auch erst am Abend des Ostersonntags. Die brennenden Stapel, die Anlass zum geselligen Beisammensein bieten, sind auf dem Land meist weithin zu sehen. In manchen Regionen liefern sich die Dörfer regelrechte Wettkämpfe darin, welche Gruppe den höchsten Holzstapel für das größte Feuer aufgeschichtet hat. Mancherorts ist es auch üblich, zur Krönung eine Fichte, Birke oder einen alten Weihnachtsbaum auf die Spitze zu setzen.

In der Liturgie der katholischen Kirche nimmt das Osterfeuer in der Osternacht eine wichtige Funktion im Gottesdienst ein. Die Gemeinde versammelt sich um das Osterfeuer, das in der Nähe der Kirche brennt. Der Priester entzündet am Feuer die Osterkerze, die nach der Weihe als Licht in die noch dunkle Kirche getragen wird. Die brennende Kerze versinnbildlicht dabei Christus als Licht der Welt, dessen Tod am Kreuz und Auferstehung von Karfreitag bis Ostern gefeiert wird.

 bil

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