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Aus der Stadt Ein Blick in Hannovers Zukunft
Hannover Aus der Stadt Ein Blick in Hannovers Zukunft
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18:38 11.03.2015
Von Conrad von Meding
Das Modell der Bauverwaltung zeigt zahlreiche geplante Bauprojekte.
Das Modell der Bauverwaltung zeigt zahlreiche geplante Bauprojekte. Quelle: Surrey
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Hannover

Die vier Stadtmodelle im Rathaus gehören zu Hannovers Touristenattraktionen. Jedes Schulkind hat die großformatigen Innenstadtmodelle bestaunt, die das Hannover des Mittelalters, der Vorkriegszeit, nach den Kriegszerstörungen im Jahr 1945 und die heutige City zeigen. Was kaum jemand weiß: Wenige Schritte entfernt ist in gleicher Größe ein weiteres Modell zu besichtigen. Statt aber Einblicke in Vergangenheit oder Gegenwart zu geben, zeigt es das Hannover der Zukunft.

An dem großen Modelltisch, der im Foyer der Bauverwaltung ganztägig kostenlos zugänglich ist, experimentieren die Planer mit Hannovers Stadtentwicklung. Auf den ersten Blick sieht das Modell fast identisch aus wie das Gegenwartsmodell in der Rathaushalle: Weiße Gebäude, detailgetreu im Maßstab 1:500 gefräst, stehen Spalier an Straßen. Doch dieses Modell bietet mehr: In Holzoptik sind zusätzliche Gebäude eingefügt. Sie zeigen, was derzeit geplant wird in Hannover – und auch manches Gebäude, an dem offiziell gar nicht geplant wird.

Das Modell macht Zukunftsmusik schon jetzt erkennbar

Da sind zum Beispiel die beiden großformatigen Baukörper auf dem Steintorplatz, für die das Rathaus derzeit Investoren sucht. In der Öffentlichkeit hatte es jüngst viel Protest gegeben, als die HAZ über das Projekt berichtete, denn viele wollen die Weite des Platzes erhalten. Oder ein zusätzlicher, großer Neubau am Aegi, der das denkmalgeschützte Sparkassengebäude ziemlich verdecken würde. Er war vor Jahren in der Diskussion, dann wurde öffentlich nicht mehr darüber gesprochen – doch im Zukunftsmodell taucht er als holzfarbiges Modell auf. Auch auf dem Friederikenplatz gegenüber vom Landtag ist ein großer Baukörper eingeplant. Das Projekt stammt noch aus der Zeit, als das Land über einen Neubau der Staatskanzlei in der Innenstadt nachgedacht hat – von diesen Plänen hat man sich inzwischen offiziell verabschiedet.

Andere Bauklötze sind hochaktuell. Am Hohen Ufer wird derzeit das ehemalige Hauptschulgebäude zur Volkshochschule umgebaut, daneben soll in Kürze der Neubau zweier Wohnhäuser starten. Wer am Modell steht, sieht aber auch die langfristige Planung für das gegenüberliegende Ufer der Altstadt-Leine: Dort sind zwei große Bauwerke links und rechts der Nanas eingeplant, dazu eine niedrige Brücke über den Fluss, der die historische Furt über den Stadtfluss symbolisieren soll – Zukunftsmusik derzeit noch, aber im Stadtmodell bereits gut zu erkennen.

So manches ist schon in der Gegenwart angekommen

Keine Zukunftsmusik mehr ist die Bebauung des Klagesmarkts, wo bereits an den Fundamenten für neue Wohn- und Bürohäuser gearbeitet wird. Am Marstall hingegen geht es erst in diesem Frühjahr richtig los, und beim Köbelinger Markt hinterm Grand-Hotel Maritim stecken die Ideen in der Planungsphase. Im Modell hingegen sind die Baukörper allesamt schon gesetzt.

Das gilt auch für das ursprüngliche ZOB-Gelände zu Füßen des alten Fernsehtturms. Dort ist im Modell bereits ein großes, dreieckiges Gebäude eingeplant, ohne dass es bisher einen Investor für das innerstädtische Grundstück gäbe. Weiter ist die Realität hingegen am Justizzentrum hinterm Amtsgericht – dort stehen die Bauarbeiter kurz vor Abschluss ihrer Arbeiten.

Zwei Gebäude in der Modellmitte dürften bald ihre Farbe wechseln: das gerade fertiggestellte Kröpcke-Center ebenso wie das Gebäude an der Ecke Oster-/Röselerstraße, das die Deutsche Hypo bezogen hat. Beide sind aus der Zukunft in der Gegenwart angekommen, sie gehören längst zum Stadtbild dazu – und dürften daher auch in diesem Modell bald ihre Farbe vom Holzton ins Weiße wechseln.

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