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Aus der Stadt Ein Brief sagt mehr als 1000 Blumen
Hannover Aus der Stadt Ein Brief sagt mehr als 1000 Blumen
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13:29 11.05.2013
Von Sonja Fröhlich
Aller Anfang ist schwer: Wie beginnt man den Muttertagsbrief am besten?
Aller Anfang ist schwer: Wie beginnt man den Muttertagsbrief am besten? Quelle: Wallmüller
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Hannover

Wer auf der Suche nach dem passenden Briefpapier in Christiane Kalberlahs „PapierKontor“ kommt, muss Entscheidungen treffen. Sollen es feste Briefbögen sein oder welche aus Büttenpapier oder transparentem Papier? Knallgelb oder pastellfarben oder einfach schlicht in cremefarben? Soll es matt oder glänzend, blanko oder bedruckt sein? Mit Wasserzeichen, Rosen oder Herzen – oder beklebt mit einem Glücksbringer? Und wenn das alles entschieden ist, stellt sich die Frage nach dem Briefumschlag.

Bei Anlässen wie Ostern und Weihnachten verzeichnet das Papierwarengeschäft in der List stets eine höhere Nachfrage nach Papier und Schreibgerät – ein wenig gilt dies auch für den Muttertag. Allerdings entscheiden sich die meisten Kunden eher für die einfache Variante – und kaufen fertige Grußkarten, auf denen es nicht so viel Platz für viele Worte gibt. „Klar haben die Menschen früher mehr Briefe geschrieben“, sagt Kalberlah, die das kleine Fachgeschäft vor 30 Jahren an selbiger Stelle eröffnet hat. Ansonsten habe sich beim Angebot kaum etwas verändert. In ihrer Auslage gibt es nach wie vor Papier und Karten, Fotoalben und Filofaxe, Schreibgeräte und Accessoires. Alles wie früher. Nur Kunden, die nach 100 Blatt Schreibmaschinenpapier oder Tipp-Ex-Streifen verlangen, muss sie enttäuschen. „Das gibt’s nicht mehr.“ Auch rosafarbene Tinte, die nach Erdbeeren riecht, ist nicht ins neue Jahrtausend geflossen.

Immerhin ist der Lamy-Füller noch der Klassiker seiner Art. Zum Briefeschreiben empfiehlt die Expertin Füller mit Kalligrafiespitze, die schreiben besonders schön. Alternativ gibt es Tintenstifte, die aussehen wie Kulis, aber schreiben wie Füller.

Mit der richtigen Ausrüstung steigt die Motivation fürs Schreiben, verbrieft die Händlerin.

Doch wenn man vor dem schönen (leeren) Papier sitzt, beginnen die Probleme schon bei der Anrede. „Liebe Mutter“? – das klingt so förmlich. Oder „Liebe Mama“ – das klingt infantil. Besser „Liebe Inge“ – aber man hat sie doch noch nie beim Vornamen genannt.

Das Wichtigste an einem Brief für die Mutter sei Authentizität, sagt Kinder- und Jugendbuchautorin Karin Müller, selbst Mutter einer elfjährigen Tochter. „Eine Mutter freut sich immer darüber, so angesprochen zu werden, wie man es als Kind schon getan hat“ – egal ob das Mama, Mutti oder der Vorname ist. Beim Verfassen des Briefes sollte man nicht auf Floskeln zurückgreifen. Tipp von Müller: „Schreiben Sie auf, was Sie besonders an Ihrer Mutter mögen – was macht sie einzigartig? Wofür möchten Sie sich bedanken?“ Auch besondere Erinnerungen könnten herausgestellt werden. Übertreibungen und Lügen sind tabu, Schattenseiten und kleinere Zwistigkeiten dürfen erwähnt werden.

Auf die richtige Rechtschreibung komme es nicht an. „Denken Sie nicht so viel mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen“, sagt Müller. „Diese Gedanken zählen für eine Mutter mehr als 1000 Blumen.“

Wie wär's mit einem Reim?

Meine liebe Mutter du

Meine liebe Mutter du,
ich will dir Blumen schenken.
Was ich dir sagen will dazu,
das kannst du dir schon denken.

Ich wünsch dir Glück und
Fröhlichkeit,
die Sonne soll dir lachen!
So gut ich kann und allezeit
Will ich dir Freude machen.

Denn Muttertage, das ist wahr,
die sind an allen Tagen.
Ich habe dich lieb das ganze Jahr,
das wollte ich dir sagen.

Ursula Wölfel, Kinderbuchautorin, geboren 1922

Liebe Mama

Ich weiß genau, dass ich dich mag
und nicht nur heut am
Muttertag.

Denn täglich kommt mir in den Sinn,
dass ich mit dir so glücklich bin.

Du magst mich auch und nimmst mich so,
grad wie ich bin, das macht mich froh!

Unbekannter Autor

Liebe Mutter,

ich wünsch dir viel Segen,
einen richtigen Regen
von lauter Glück.

Josef Guggenmos, Lyriker,1922–2003

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