Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ein Fest für kritische Medien
Hannover Aus der Stadt Ein Fest für kritische Medien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:42 20.01.2015
Quelle: Wilde
Anzeige
Hannover

Anfang 2014 hatte Radio ffn seinen Gästen Heuschrecken der Marke „Dschungelcamp“ serviert – nun besann sich der Sender bei seinem traditionellen Neujahrsempfang auf seine großstädtischen Tugenden: 480 Gäste feierten in der Stiftstraße bei Matjes, Mini-Hotdogs und Backhähnchen. „Urban Life“  lautete das Motto im ffn-Funkhaus in der Siftstraße.

Ministerpräsident Stephan Weil adelte in seiner Begrüßung den ffn-Empfang als eigentlichen Start des Jahres und wurde ernst, als er die Pegida-Bewegung und ihre Parole von der „Lügenpresse“ geißelte: „Kritisch, engagiert und tolerant – so sollen unsere Medien sein“. Weil erinnerte daran, dass in der vergangenen Woche 19 000 Menschen in Hannover der Hagida-Kundgebung die Stirn geboten hatten.

Zahlreiche prominente Gäste kamen zum Neujahrsempfang des Radiosenders ffn in Hannover.

ffn-Geschäftsführer Harald Gehrung machte darauf aufmerksam, dass die meisten Medien- und Pressegesetze noch aus den 1980er-Jahren stammen und von der Realität längst eingeholt seien. Während viele klassische Medien zahlreichen Beschränkungen unterliegen würden, „machen global agierende Unternehmen wie Google was sie wollen.“ Da hörten die vielen Medienschaffenden unter den Gästen interessiert zu – beispielsweise Arno Beyer, stellvertretender Intendant des NDR, Karl Baedecker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Madsack Mediengruppe, Jürgen Köster, Vorsitzender des Presseclubs Hannover sowie Hendrik Brandt und Bodo Krüger, die Chefredakteure von HAZ und Neue Presse. „Hier müssen zwingend europäische Regelungen her“, forderte Gehrung. Auch in Richtung des Landeskabinetts, das in Mannschaftsstärke erschienen war: Gabriele Heinen-Kljajic (Wissenschaft und Kultur), Olaf Lies (Wirtschaft und Arbeit) oder Antje Niewisch-Lennartz (Justiz) waren nur einige.

Den lustigen Teil des Neujahrsempfangs leitete Dietmar Wischmeyer ein, der als Günther der Treckerfahrer von seinem Treckersitz in die urbane Stiftstraße hinabgestiegen war: „Zurzeit wird Hannovers Rathausplatz mit floralen Motiven gepflastert“, hat er beobachtet. „Damit die Ökos hinter den Fenstern denken, der wär begrünt.“

Das Thema Urbanität griff auch Tätowierer Andreas Fengler auf, der im ersten Stock des Funkhauses einen Stand aufgebaut hatte. Einer seiner ersten Kunden war ffn-Moderator Axel Einemann, der seinen zahlreichen Tattoos ein weiteres hinzufügen ließ. Allerdings kein Bild des neuen ffn-Logos, wie Gehrung scherzhaft vorgeschlagen hatte.

Für das derzeit wichtigste urbane Projekt Hannovers hält Günther der Treckerfahrer übrigens die Vergrämung der Umlandbewohner, „damit die gefälligst in die Stadt ziehen“. Deshalb schließe die Region auf dem Lande so viele Krankenhäuser wie möglich. Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok schmunzelten.

Aus der Stadt Neue Feuerwehruniformen - Lebensretter im Maßanzug
23.01.2015