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Aus der Stadt Hannover feiert fête
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert fête
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00:15 24.06.2014
Von Simon Benne
Hannover lädt zur drittgrößten Fête de la Musique Europas ein – mehr als 1000 Musiker spielen an 36 Plätzen in der City. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Was macht ein Konzert eigentlich zu einem gelungenen Konzert? Die Musik? Der Ort? Das Publikum? „Vor allem muss das Wetter stimmen“, sagt Sänger Olli Perau nüchtern. Und dann muss da natürlich noch der Geist sein, der im Zusammenspiel des großen Ganzen weht – wie bei der Fête de la Musique. Rund 150 000 Besucher tummelten sich nach Angaben der Stadt am Sonnabend bei der Fête in der City. Noch mehr Menschen als im Vorjahr wollten an 36 verschiedenen Orten Jazz, Klassik oder Rock live erleben. Kurze Schauer schreckten die Flaneure nicht: Wenn Nieselregen auf Kunst trifft, kann die Kunst durchaus Sieger bleiben.

Als Peraus Band Terry Hoax auf die Bühne am Schillerdenkmal tritt, scheint die Sonne. „Gerade haben wir noch geprobt – im Treppenhaus von C&A“, sagt der Sänger. Auch eine Kultband muss eben improvisieren bei so einem Festival. Dafür drängen sich hier Hunderte von Zuhörern, darunter viele Fans der ersten Stunde. Bei Songs wie „Insanity“ oder „Live all“ singen viele Zeile für Zeile mit.

Und dann wird’s feierlich: Punkt 18.30 Uhr spielen Bands überall in der Stadt zeitgleich den Song, den Terry Hoax und Jens Krause jüngst geschrieben haben: „My Hometown“ wird vielstimmig gesungen und mit Klampfen geschrammelt, auf Klavieren gespielt und von Bläsern intoniert. „Dies ist ein Song über Hannover“, sagt Perau. Dann spielt seine Band eine druckvolle Version des Stückes. Und obwohl das Wort Hannover darin gar nicht vorkommt, wirkt der Song auf der Georgstraße viel lokalpatriotischer als im Internet.

Bei der Fête de la Musique sind in Hannover über 1000 Künstler auf 29 Bühnen und 36 Plätzen aufgetreten.

Die ganze Innenstadt wird an diesem Tag zu einem einzigen großen Konzertsaal, in dem freilich jeder Flaneur ein anderes Konzert erlebt – je nach Neigung und Wegstrecke. Die Fête ist da immer für Überraschungen gut: „Wenn man sonst in ein Konzert geht, findet man nur das, was man sucht – hier findet man Sachen, von denen man gar nicht wusste, dass man sie suchen könnte“, sagt eine Passantin. Als beispielsweise die Bopin Blue Cats in karierten Hemden am Platz der Weltausstellung ehrlichen, alten Chuck-Berry-Rock-’n’-Roll spielen, lässt sich der 17-jährige Dennis vor der Bühne nieder: „Sonst höre ich eher Indie oder Grunge“, sagt er, „aber die Jungs hier machen das echt gut.“

Zur gleichen Zeit blicken Mozart und Beethoven in Stein von der Opernterrasse auf die jungen Kollegen herab, die dort unten Elektromusik machen. Am Ballhof präsentiert das Piano-Duo Gesa melancholische Songs, ein paar Meter weiter spielt ein Bläserensemble Dixieland, und vorm Bahnhof präsentieren Chöre ihr Können: „Es ist schon ein Erfolgserlebnis, wenn Menschen spontan stehen bleiben und zuhören“, sagt Lisa Laage-Smidt, Leiterin des „Kinder, Kirche & Musik“-Chors nach dem Auftritt.

Überhaupt ist die Straße für viele Musiker ein reizvoller Auftrittsort: Das Publikum stimmt ja permanent mit den Füßen ab, niemand muss lange bleiben, und die Aufmerksamkeit ist ein flüchtiger Geselle. „Draußen ist es schon eine besondere Herausforderung, das Publikum an sich zu binden“, sagt Sängerin Cäcilia Mutanda von der Band Mickey’s Candy, die am Marstall Funk spielt.

Am Abend wird dann die Goseriede zur Partymeile: Mehrere Tausend junge Besucher feiern dort beim „cirque élec­trique“ zu Elektroklängen der angesagtesten DJs. „Der neu gestaltete Goseriedeplatz hat sich für solche Veranstaltungen bewährt“, sagt Organisator Ralf Sonnenberg anschließend: „Wir können mit dem Tag zufrieden sein.“

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