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Aus der Stadt Ein Platz für alle Gefühle
Hannover Aus der Stadt Ein Platz für alle Gefühle
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19:02 15.11.2009
Ansichten eines großen Fußballers: Der dreijährige Luke schaut sich zusammen mit seinem Vater die Fotos von Robert Enke an.
Ansichten eines großen Fußballers: Der dreijährige Luke schaut sich zusammen mit seinem Vater die Fotos von Robert Enke an Quelle: Christian Burkert
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Die Fotografen präsentieren ihre schönsten Bilder von Robert Enke in der Kestnergesellschaft neben dem Anzeiger-Hochhaus. Wie ihr Sohn war Barbara Fieselmann fasziniert von den mehr als 100 Bildern: „Die Dynamik, diese Posen und dazu mancher Gesichtsausdruck, das ist viel beeindruckender als ein Fernsehbild.“ Das macht den Reiz dieser Bilderschau aus. So nah sind die meisten Hannoveraner Robert Enke wohl noch nie gewesen.

Ulrich zur Nieden hat mit HAZ-Fotochef Michael Thomas (44) eine Ausstellung geschaffen, die aus der Claussen-Halle der Kestnergesellschaft nicht einen Raum der Andacht macht, sondern einen Ort der Erinnerung. Da ist Platz für alle Gefühle: lächeln, wenn der Torwart sich in lustige Posen wirft, aber häufiger sicher Bewunderung für die Glanzparaden. Und natürlich ist jetzt beim Betrachten von Enke-Fotos immer etwas Wehmut dabei.

HAZ-Chefredakteur Ulrich Neufert (56), der die Ausstellung mit 96-Klubchef Martin Kind (65) eröffnete, lag die Vielfalt der Fotos am Herzen: „Wie greifen zu kurz, wenn wir Robert Enke nur als den mutigen Sporthelden sehen wollen.“ Wer genau hinschaut, findet in einigen Bildern einen zweifelnden, allemal einen nachdenklichen Enke. So lautet die Beschriftung eines Fotos konsequent „Der Zweifelnde“.

Überhaupt heben die zuweilen mit einem Augenzwinkern formulierten kurzen Erläuterungen eine mögliche Schwere auf, die sich sonst zusätzlich auf die Trauer manchen Betrachters legen könnte. „Der Schneemann“ heißt es etwa unter einer Aufnahme, die Enke im verschneiten Strafraum zeigt. „Die Bildunterschriften sind klasse“, meinte dazu Kai Siebrecht (11) aus Bothfeld, der mit seinem Vater die Schau besuchte.

500 Besucher haben die Ausstellung am Eröffnungswochenende schon besucht. Kostenlos geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Montags sowie vom 19. bis 22. November ist geschlossen. Zwei Motive sind für je fünf Euro als Poster erhältlich. Der Reinerlös aus dem Verkauf kommt einem sozialen Zweck zugute, den Teresa Enke bestimmt.

von Hans-Peter Wiechers 
und Stefanie Kaune

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