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Aus der Stadt Ein Smartphone-Reiseführer für Hannover
Hannover Aus der Stadt Ein Smartphone-Reiseführer für Hannover
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00:15 28.08.2013
Von Andreas Schinkel
Was will der Künstler uns mit „Stahl 17/87“ sagen? Per QR-Code gibt es Informationen. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Mit einem Fotoklick das Leibnizhaus am Holzmarkt erklären zu lassen, oder endlich zu erfahren, was es mit dem Dorn namens „Stahl 17/87“ von Erich Hauser auf dem Mittelstreifen der Brühlstraße auf sich hat – das soll in Hannover bald möglich sein. QR-(Quick Response)-Codes verwandeln das Smartphone oder den Tabletcomputer demnächst in einen Reiseführer durch Hannover. Denn die Stadtverwaltung will die Sehenswürdigkeiten am Roten Faden, der Besucher durch Hannover führt, im Herbst nach und nach mit den kleinen schwarz-weißen Mustern bestücken. Allerdings werde man noch nicht alle 42 Stationen erfassen, die in der gedruckten Broschüre zum Roten Faden beschrieben werden, hieß es jetzt im Wirtschaftsausschuss. Auch die Kunstwerke im öffentlichen Raum, etwa auf der Skulpturenmeile, sowie ausgewählte Denkmäler und Bauwerke will die Stadt mit QR-Codes versehen.

Technisch gesehen ist das Ganze wesentlich einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Benötigt wird nur ein Programm zum Lesen von QR-Codes, eine App, die kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Mit der Kamera im Smartphone fotografiert man dann das schwarz-weiße Muster der Codes. Die App reagiert und stellt automatisch eine Verbindung mit einer Internetseite her. Im Falle der Kunstwerke und Sehenswürdigkeiten verbinden die QR-Codes Besucher mit Informationen auf der Internetseite hannover.de.

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QR-Codes

Die Abkürzung QR-Codes steht für Quick Response, also schnelle Antwort. In die schwarz-weißen Muster, die ähnlich wie der Strichcode auf Lebensmittelverpackungen funktionieren, lassen beliebige Informationen einbauen. Die Post zum Beispiel benutzt sie als digitale Briefmarken, bei der Deutschen Bahn dienen sie als Fahrschein auf dem Handy. Die QR-Codes lassen sich mit Smartphones und einer kostenlosen App lesen. Wer einen QR-Code entziffern will, muss die App öffnen und die Kamera des Mobiltelefons auf das richten. Meist öffnet sich dann eine Internetseite.

„Wir werden die bisherigen Texte zu den Sehenswürdigkeiten überarbeiten“, kündigte Stadtsprecher Andreas Möser im Wirtschaftsausschuss an. Die Hannover Tourismus und Marketing Gesellschaft (HMTG) werde ab Herbst einen „Roten Faden per QR“ aufbauen. Zum Teil werde man auch neue Erläuterungen verfassen, etwa um bisher noch nicht erfasste Baudenkmäler zu beschreiben. Innerhalb eines Jahres sollen Hannovers Straßenkunstwerke QR-tauglich gemacht werden. Die Kosten für die Stadt fallen relativ gering aus. Für Herstellung und Montage eines wetterbeständigen QR-Schilds veranschlagt die Stadt 100 Euro.

Bei den Ratspolitikern kam der Vorstoß der Stadt gut an. „Hier zeigt sich ein pragmatischer Umgang mit neuen Informationsmöglichkeiten“, sagte SPD-Ratsherr Ralf Borchers. Als „modern und zukunftsweisend“ empfand FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke den virtuellen Reiseführer. CDU-Wirtschaftspolitiker Jens-Michael Emmelmann konnte sich ein „endlich!“ nicht verkneifen. „Wir haben das schon lange gefordert. Auch sind andere Städte bei diesem Thema viel weiter“, sagte er. Piraten-Ratsherr Dirk Hillbrecht zerstreute die Bedenken der Stadt, dass QR-Codes möglicherweise binnen weniger Jahre durch andere Medien ersetzt werden könnten. „Die Codes haben sich durchgesetzt. Es ist unwahrscheinlich, dass sie kurzfristig abgelöst werden“, erklärte Hillbrecht, der von Beruf Softwareentwickler ist.

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