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Aus der Stadt Ein Sommertag am Blauen See
Hannover Aus der Stadt Ein Sommertag am Blauen See
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14:09 29.06.2013
Der Blaue See war schon immer ein beliebtes Ausflugsziel an warmen Tagen. Quelle: Wilhelm Hauschild
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Hannover

An heißen Sommertagen stellte meine Mutter eine Zinkwanne auf den Hof, dieselbe Zinkwanne, in der wir an jedem Samstag in der Küche alle nacheinander zu baden pflegten, ohne das Wasser zwischendurch auszuwechseln. Denn das Wasser musste in schweren Zinkeimern von der dorfeigenen Schwengelpumpe geholt werden, die hundert Meter von unserem Haus entfernt war. Da neigte man stark zur optimalen Nutzung jedes Wassertropfens. Aber wenn die Sonne lachte, gab es Wasserverschwendung pur. Die Wanne auf dem Hof wurde gefüllt, und dann war es für uns Kinder das Allerschönste, nach Herzenslust darin zu planschen und uns nass zu spritzen. Der Hof wurde zum schönsten Ort der Welt, heute kaum vorstellbar, denn auf dem Hof befanden sich das Plumpsklo, die Waschküche, der Sägebock für das Brennholz, der Holzvorrat, der Schweinestall und die Kaninchenkäfige mit 20 bis 30 Kaninchen darin, die alle für den Sonntagsbraten gefüttert wurden.

Ein anderes Sommervergnügen war es, sich einen schönen Platz auf einer Wiese zu suchen, eine Decke auszubreiten, sich drauf zu legen, den Himmel zu betrachten, Sauerampfer zu essen, Blumenkränze aus Margeriten und Kornblumen zu flechten, Pferdchen zu spielen oder Bockspringen zu machen. Manchmal schnitzte mein Vater mir eine Weidenflöte, der man tatsächlich Töne entlocken konnte.

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Der absolute Sommerhöhepunkt aber war, wenn Onkel Friedel uns an schönen Sonntagen mit seinem dreirädrigen Kleintransporter, dem sogenanntenTempo, abholte, um mit uns an den Blauen See bei Garbsen zu fahren. Welches Tempo er fuhr, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall saßen wir alle gemütlich auf Holzbänken hinten auf der Ladefläche und mussten uns nicht einmal festhalten. Wir fuhren sogar ein Stück auf der Autobahn. Waren wir nahe genug am See, parkte Onkel Friedel gleich neben der Fahrbahn. Wir schnappten uns Decken, Liegestühle, Handtücher und Picknicktaschen und marschierten von der Autobahn aus direkt an den See. Dort lagerten wir den ganzen Tag im gelben Sand unter Kiefern und verlebten einen herrlichen Badetag. Am Abend stand unser Tempo unversehrt neben der Autobahn, und Onkel Friedel fuhr einfach mit ihm ganz problemlos wieder auf die Fahrbahn, denn es war kein weiteres Auto zu sehen.

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