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Aus der Stadt „Ein wilder Wolf beißt nicht nur ins Hundeohr“
Hannover Aus der Stadt „Ein wilder Wolf beißt nicht nur ins Hundeohr“
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13:01 23.04.2015
Von Conrad von Meding
Experten haben Sorge, dass der Ruf des Wolfes leidet, wenn er vorschnell mit Übergriffen in Verbindung gebracht wird.
Experten haben Sorge, dass der Ruf des Wolfes leidet, wenn er vorschnell mit Übergriffen in Verbindung gebracht wird. Quelle: dpa (Symbolbild)
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„Wenn ein wilder Wolf einen Hund verfolgt und angreift, dann beißt er ihn nicht ins Ohr – dann kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tod des Hundes“, sagt Karsten Arnold, Projektleiter in der für die Beobachtung von Wölfen zuständigen Stiftung Save Wildlife Conservation, die im Unteren Odertal Wildtierprojekte begleitet.

Arnold hat Sorge, dass der Ruf des Wolfes leidet, wenn er vorschnell mit Übergriffen in Verbindung gebracht wird. „Niemand weiß, ob es sich nicht eher um einen wolfsähnlichen Hund handelt, bei dem solch ein Verhalten eher wahrscheinlich ist“, sagt er. Bis zu einer möglichen DNA-Probe an den Bissspuren des Hundeohrs könne nur davon gesprochen werden, dass es sich „möglicherweise“ um einen Wolf gehandelt habe. Eine DNA-Probe wird jetzt auf andere Weise genommen: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es das gleiche Tier gewesen, das auf der Autobahn 7 bei Meitze am Mittwochmorgen von einem Sattelzug angefahren und getötet wurde. Es befindet sich jetzt zur Untersuchung in einem Berliner Tierinstitut.

Arnold hält wenig von dem aktuell diskutierten Vorschlag, die inzwischen recht zutraulichen Wölfe mit Gummigeschossen von der Nähe der Menschen zu entwöhnen. „Wenn dagegen die Methode zur Vergrämung mit Paintball angewandt würde, dann hätte man in Zukunft eine brauchbare Markierung und könnte unterscheiden und reagieren“, argumentiert Arnold. Bei Paintball werden Farbkugeln abgeschossen, sie markieren ihr Ziel, verletzen es aber nicht.

Von einer naturidyllischen Überhöhung der Wölfe will Arnold sich allerdings distanzieren: „Der Schutz der Bevölkerung ist vor dem Artenschutz einzuordnen – ohne Wenn und Aber.“ Im Unteren Odertal wird eine dokumentierende Studie zum Thema Wildbestand im Wolfsrevier durchgeführt, dort haben die Mitarbeiter deshalb fast täglich mit wilden Wölfen zu tun.

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