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Aus der Stadt Hannover leuchtet für die Opfer von Paris
Hannover Aus der Stadt Hannover leuchtet für die Opfer von Paris
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22:28 16.11.2015
Von Susanna Bauch
Am Abend erstrahlte unser Anzeiger-Hochhaus in den Farben der Trikolore. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Mit einer Lichterkette am Stadion will Hannover Dienstagabend ein weltweit sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Opfern von Paris setzen. Wenn die Linsen der internationalen Kamerateams auf das Länderspiel Deutschland-Niederlande gerichtet seien, wolle die Bürgergesellschaft „Hand in Hand ein unmissverständliches Zeichen für die Grundwerte unserer Gesellschaft setzen“, sagt Roger Cericius vom Freundeskreis Hannover, der die Lichterkette initiiert hat. Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und andere Institutionen beteiligen sich am Aufruf. Start ist um 18.30 Uhr am Trammplatz, die Lichterkette soll von 19 bis 19.30 Uhr am Stadion leuchten.

Montag war der Tag in Hannover vom Entsetzen über die Terroranschläge von Paris geprägt. In Schulen und Betrieben gab es kaum andere Gesprächsthemen. Tausende Hannoveraner beteiligten sich um 12 Uhr an einer Schweigeminute. Stadtbahnen standen still, auch Passanten an der Kröpcke-Uhr hielten inne. Im Rathaus wurde kollektiv geschwiegen, viele Firmen sorgten für einen solidarischen Moment der Stille. Allein in der Produktion bei VWN beteiligten sich 3500 Mitarbeiter und ließen die Arbeit ruhen.

Auch wir setzen ein Zeichen gegen den Terror in Paris: Das Anzeiger-Hochhaus an der Goseriede leuchtet jetzt in den Farben Blau-Weiß-Rot.

Das Anzeiger-Hochhaus an der Goseriede erstrahlte am Abend in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß, Rot. „Das Anzeiger-Hochhaus ist ein Wahrzeichen unserer Stadt - wir strahlen es in den Farben der französischen Trikolore an, um auch aus Hannover ein Zeichen der Anteilnahme zu senden“, sagte Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe. Dienstagabend soll es ab Einbruch der Dunkelheit erneut leuchten, sagt Düffert: „Gerade zum Länderspiel wollen wir uns solidarisch zeigen.“ Zusätzlich lässt die Stadt ab 18.30 Uhr das Rathaus in den Farben Frankreichs illuminieren. „Nicht Lähmung und Angst, sondern Klarheit und Zeichen setzen sind die Antwort“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Am Gymnasium Käthe-Kollwitz-Schule, das als einziges in Hannover den französischen Abschluss Abi-Bac anbietet, formierten zahlreiche Schüler während der Schweigeminute auf dem Pausenhof ein Symbol des Friedens. Sie bildeten das Friedenszeichen mit integriertem Eiffelturm nach Vorlage des Grafikers Jean Julien nach. „Für uns ist der Anschlag derzeit zentrales Thema im Unterricht“, sagt Französisch-Fachkoordinatorin Stefanie Lemeire. In der Schule liegt ein Kondolenzbuch aus.

In der deutsch-französischen Kindergruppe „Kleine Gallier“ fragte sich Sozialassistentin Elaine van Reckem: „Warum schon wieder Paris, zum zweiten Mal in diesem Jahr?“ Mit den Kindern sprechen die Mitarbeiter der „Gallier“ allerdings nicht über den Anschlag. „Sie sind noch zu klein, um das Ausmaß richtig zu begreifen.“ Bei Antenne Métropole in der Herrenstraße, einer Kooperationseinrichtung von Metropolregion und Französischer Botschaft, liegt ebenfalls ein Kondolenzbuch aus, „das sich stetig füllt“, wie Mitarbeiterin Laure Dréano-Mayer betont. Sie hofft, dass viele Fußballfans ihre Solidarität mit einem Eintrag in das Buch bekunden, das im Dezember anlässlich eines Besuchs der Metropolregion beim UN-Klimagipfel in Paris übergeben werden soll.

Staats- und Regierungschefs der EU-Länder hatten im Gedenken an die Opfer der Anschläge in Paris zu einer europaweiten Schweigeminute auf gerufen. Auch in Hannover hielten viele Menschen kurz inne.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lud am Vormittag 20 Schülerinnen und Schüler der benachbarten Wilhelm-Raabe-Schule zu sich in die Staatskanzlei, wo um 12 Uhr eine Gedenkminute abgehalten wurde. Weil verurteilte den sinnlosen Anschlag in Paris, „der uns nur Angst machen soll“. Er sei den Schülern dankbar für ihren Hinweis, dass „nicht nur der Opfer in Paris gedacht werden sollte, sondern der Opfer des Terrors weltweit“. Er sei dem DFB dankbar dafür, dass er das Spiel nicht abgesagt habe. „Ich gehe mit Freude ins Stadion. Das ist auch Signal, dass wir uns nicht einschüchtern lassen“, sagte der Ministerpräsident.

Bei der Pegida-Demo in der Innenstadt von Hannover hat es am Montagabend drei Festnahmen gegeben. Rund 120 Islamgegner hatten sich am Georgsplatz versammelt, als es zu Störaktionen von Gegendemonstranten kam, griff die Polizei durch.

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