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Aus der Stadt Eine kleine Gala für ganz große Texte
Hannover Aus der Stadt Eine kleine Gala für ganz große Texte
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11:43 16.04.2015
Die Gewinner des ZiSH-Schreibwettbewerbs.
Die Gewinner des ZiSH-Schreibwettbewerbs. Quelle: Surrey
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Hannover

Ganz still ist das Publikum, als der hannoversche Schauspieler und Rezitator Jakob Benkhofer Textpassagen verliest. Die Sätze stammen nicht aus staubigen Büchern, sondern wurden von jungen Autoren verfasst. Eine davon ist Anna Yola Darmstädter. „Es ist schon etwas anderes, wenn ein professioneller Schauspieler meinen Text liest. Das hat ein wenig was von einem Hörspiel“, sagt die Schülerin der IGS Roderbruch.

Das sind die Preisträger des ZiSH-Schreibwettbewerbs 2015. Gut 450 Schüler hatten ihre Texte bei der 13. Ausgabe des Wettbewerbs eingereicht.

Anna Yola Darmstädter ist eine von zwölf Schülern, die am Mittwoch beim HAZ-Schreibwettbewerb ausgezeichnet worden sind. Dafür kam es in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses zu einer kleinen Gala für die jungen Literaten - mit Urkunden, Applaus, Blitzlicht und ganz viel Aufregung. Gut 450 Schüler hatten ihre Texte bei der 13. Ausgabe des Wettbewerbs eingereicht. Bereits zum zweiten Mal trug ein Schauspieler einzelne Passagen der prämierten Werke vor.

Hannah Suppa, stellvertretende HAZ-Chefredakteurin, und Moderator Jan Sedelies verteilten unter den Gewinnern insgesamt 1000 Euro Preisgeld. „Oft heißt es, die jungen Leute würden durch die Smartphone-Nutzung das zusammenhängende Schreiben verlernen - von wegen. Der HAZ-Wettbewerb zeigt, wie viel Fantasie und Kreativität ihr alle habt“, sagte Suppa. Sedelies fügte an: „Wir sind sehr stolz auf eure Texte.“

Gewinnertexte zum Nachlesen

Alle Texte der ausgezeichneten Autoren hier zum Nachlesen.

In diesem Jahr standen wieder drei Themen zur Auswahl: „Zu Hause“, „Andere Zeiten“ und „Läuft bei dir“. Die meisten Teilnehmer hatten sich für die ersten beiden Themen entschieden. „Wir haben intensiv diskutiert und auch über manche Texte gestritten“, verriet der Jury-Vorsitzende, HAZ-Redakteur Karsten Röhrbein, über die Arbeit der zehnköpfigen Jury. Besonders lobte er, wie intensiv sich die Schüler mit ihren Texten befasst hatten. „Man merkt, dass ihr viel daran gearbeitet hat“, sagte er.

Die Jury bestand neben Mitgliedern der Jugendredaktion ZiSH aus den Deutschlehrern Christian Grün von der Goetheschule und Julian Mende von der IGS Mühlenberg, der HAZ-Literaturexpertin Martina Sulner, der Autorin und Bloggerin Ninia Binias sowie Udo von Alten vom Friedrich-Bödecker-Kreis. „Es ist sehr spannend, Texte von jungen Menschen zu lesen, die das Handwerk gerade lernen“, sagte von Alten.

Den Wettbewerb für sich entscheiden konnten am Ende ganz unterschiedliche Texte. In der Kategorie 3. und 4. Klasse gewann Chiara Ebner mit einem fiktiven Interview mit einem toten Bankräuber. Odilia Caspary holte den Preis in der Kategorie 5. und 6. Klasse mit einer historischen Geschichte über Kinderlandverschickung. Der Text handelt von der Vergangenheit ihrer eigenen Großmutter. „Für Oma war es hart, sie hat ihre Eltern sehr vermisst“, erzählte Caspary. Der erste Platz in der Kategorie der 10. bis 13. Klassen ging an Merrill Hagemann, Platz eins unter den Siebt- bis Neuntklässlern holte Anna Yola Darmstädter. In ihrem Text geht es darum, dass ein zu Hause nicht immer Geborgenheit bedeutet. Die Jury lobte die „interessante Reflexion“. Man dürfe sich nicht verstellen, sonst werde man nicht glücklich, appellierte die junge Gewinnerin an das Publikum: „Du musst die Erwartungen von anderen nicht erfüllen.“

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