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Aus der Stadt Einigung im Streit um Taxitarife nicht mehr fern
Hannover Aus der Stadt Einigung im Streit um Taxitarife nicht mehr fern
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20:23 08.10.2014
Von Andreas Schinkel
Stadt und GVN nähern sich beim Kompromiss um Taxipreise an.
Stadt und GVN nähern sich beim Kompromiss um Taxipreise an. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Dabei geht es um den Zuschlag pro Kilometer, den die Stadt auf 20 Cent festlegen will, während der GVN um 30 Cent bittet. Die Positionen wurden am Mittwoch bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Rates deutlich. Mit einem Anstieg des Grundpreises um 15 Prozent, wie ihn die Stadt ins Spiel gebracht hatte, kann sich jetzt auch der GVN anfreunden. Die Ratspolitiker baten sich am Mittwoch noch Bedenkzeit aus und vertagten die Entscheidung. „In der übernächsten Sitzung muss aber ein Beschluss her, sonst kracht es im Taxigewerbe“, sagte GVN-Vertreter Michael Frenzel.

Tatsächlich kann die Politik ihre Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben. Denn ab 1. Januar 2015 tritt das Gesetz über den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde in Kraft. In der Taxibranche wird aber deutlich weniger verdient, Stundenlöhne zwischen 6 und 6,50 Euro sind die Regel. In Hannover, so meint Frenzel, seien es nur zwischen 5,50 und 6 Euro. Daher fordert die Taxibranche eine kräftige Lohnerhöhung.

Um 25 Prozent sollten die Tarife insgesamt steigen, so der erste Vorschlag der Branche. Zudem wollte der GVN einen Zeittarif einführen. Kämmerer Marc Hansmann hatte dem eine Absage erteilt und einen Gegenvorschlag unterbreitet. Der Grundpreis sollte um 60 Cent ansteigen, der Kilometerpreis um 20 Cent und die Wartezeiten um 6 Euro. Jetzt liegt man nur noch beim Kilometerpreis auseinander.

Dennoch dürfte es für Taxiunternehmer im nächsten Jahr eng werden. Thomas Nipp, Geschäftsführer von Mein Taxi, rechnet vor, dass bei ihm im nächsten Jahr eine Deckungslücke von 300.000 Euro entsteht. Sollte der Vorschlag der Stadt zum Tragen kommen, reduziert sich die Lücke auf 100.000 Euro. Nipp hatte kürzlich allen seinen 65 Fahrern gekündigt, weil er keine Chance sah, seinen Angestellten im nächsten Jahr den Mindestlohn zu zahlen. Die Kündigung beschäftigt jetzt auch das Gericht.

Frank Winsemann, Betriebsrat bei Mein Taxi, sieht den geringen Verdienst auf den Kurzstrecken als Problem. Er schlägt vor, für die ersten drei Kilometer eine Kilometerpauschale von 2,35 Euro zu nehmen, ab vier Kilometern sollte die Pauschale wieder reduziert werden. Hans-Peter Größer vom Taxifahrerverein will nur den Grundtarif erhöhen, die Pauschalen aber nicht antasten.

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