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Aus der Stadt Einzelhändler in Hannover ignorieren Pfandpflicht
Hannover Aus der Stadt Einzelhändler in Hannover ignorieren Pfandpflicht
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09:47 27.01.2011
Von Bernd Haase
Nur wenige Einzelhändler in Hannover erheben vorschriftsgemäß das Dosenpfand.
Nur wenige Einzelhändler in Hannover erheben vorschriftsgemäß das Dosenpfand. Quelle: dpa
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Einzelhändler in der Stadt Hannover ignorieren in größerem Stil die Pfandpflicht auf Getränkedosen und verstoßen so gegen die Verpackungsverordnung. Das hat die Region nach entsprechenden Hinweisen aus dem Landesumweltministerium durch gezielte Testkäufe in Lebensmittelgeschäften, Kiosken und Imbissbuden, aber auch bei Groß- und Zwischenhändlern herausgefunden. Ergebnis: Von insgesamt 162 Verkaufsstätten, die die Behörde bis einschließlich Mittwoch aufsuchte, haben lediglich 30 vorschriftsgemäß Dosenpfand erhoben, wie ein Sprecher bilanzierte.

Die Masche funktioniert, indem die Händler sich beispielsweise Coca-Cola-Dosen besorgen, die für Länder ohne Pfandpflicht hergestellt werden – etwa Polen oder Dänemark. „Man kann sie daran erkennen, dass sie eine gedrungenere Form haben und kein Pfandlogo tragen“, erklärt die Region. Das Unterlaufen der Pfandpflicht rechnet sich für die Händler, weil sie kein Pfandgeld vorfinanzieren müssen, sich die Gebühren für das Logo beim Einkauf sparen und auf ein platzaufwendiges Sammelsystem verzichten können.

Die Händler, die beim Mogeln ertappt worden sind, müssen sich laut Region auf ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einstellen. Das entsprechende Bußgeld beträgt für Ersttäter 100 Euro. „Im Wiederholungsfall kann es erheblich teurer werden“, betont der Regionssprecher. Die Behörde will in den kommenden Monaten weitere Testkäufe durchführen.