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Aus der Stadt Eisstadion in der Klemme
Hannover Aus der Stadt Eisstadion in der Klemme
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18:05 08.08.2013
Von Andreas Schinkel
Sanierungsbedürftig: Das Eisstadion am Pferdeturm. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Sie sehen dabei auch die Stadt in der Pflicht. „Die Verwaltung kann nicht die Augen verschließen und einfach abwarten“, sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller. Das Eisstadion müsse erhalten bleiben, die Frage sei nun, wie viel die Stadt übernehmen kann. „Wir sollten noch Partner ins Boot holen“, schlägt Keller vor.

Die CDU ist derweil schon einen Schritt weiter. Sie schätzt den Sanierungsstau auf mehrere Hunderttausend Euro und hat einen Plan ausgearbeitet, wie das Stadion vor dem Verfall gerettet werden kann. „Zunächst müssen Umkleiden und Sanitäranlagen modernisiert werden, dann sollte ein neuer Pachtvertrag ausgehandelt werden, in dem sich die Stadt bereit erklärt, die laufende Instandhaltung zu übernehmen“, sagt CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. Zudem sollte die Auslastung des Stadions erhöht werden. „Im Sommer muss die Anlage nicht geschlossen bleiben, man könnte dort Inlinehockey anbieten oder Konzerte organisieren“, schlägt er vor.

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Veraltete Toiletten, marode Umkleiden, Schlaglöcher auf der Zufahrt: Das Eisstadion, Spielstätte der Eishockeyprofis Hannover Indians, ist extrem sanierungsbedürftig.

Die Stadt ist zwar Eigentümerin der Immobilie, sie hat das Stadion aber bis zum Jahr 2038 per Erbpachtvertrag in die Hände von Kathrin Müllerchen gegeben. Der Betreiberin des Stadions zahlt die Stadt einen jährlichen Zuschuss von 80.000 Euro. 60.000 Euro ist Müllerchen verpflichtet, jedes Jahr in den Erhalt der Anlage zu investieren. „Das Geld reicht bei Weitem nicht aus. Damit lassen sich nur die gröbsten Reparaturen bezahlen“, sagt sie. Im Grunde stecke sie bereits wesentlich mehr Geld in die laufende Instandhaltung.

Für die kommende Saison sieht Müllerchen schwarz. Da die Indians ebenfalls in finanziellen Schwierigkeiten stecken und demnächst nur noch in der Oberliga spielen, rechnet die Betreiberin mit weniger Besuchern im Stadion. „Unsere Haupteinnahmequelle sind aber die Profispiele“, sagt Müllerchen. Demgegenüber steigen die Energiepreise. Durchschnittlich 21 000 Euro pro Monat gibt die Betreiberin allein für Strom und Gas aus. „So kann es nicht weitergehen, das Ende der Fahnenstange ist erreicht“, meint sie. Ähnlich wie die CDU kann sie sich vorstellen, dass die Stadt künftig alle größeren Sanierungsarbeiten übernimmt. „So muss die Zufahrt neu geteert werden, was mich sehr viel Geld kostet“, sagt sie.

Im Sportausschuss des Rates dürfte es weitere Debatten ums Eisstadion geben. Die SPD kündigt an, das Thema in ihre anstehenden Haushaltsberatungen aufzunehmen.

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