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Aus der Stadt Elektrobusse zeigen noch immer Probleme
Hannover Aus der Stadt Elektrobusse zeigen noch immer Probleme
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22:18 06.03.2017
Von Bernd Haase
Die bislang drei Elektrobusse tanken Strom am August-Holweg-Platz.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Zehn Monate nach Betriebsaufnahme läuft der Elektrobusbetrieb bei der Üstra noch nicht störungsfrei. Unternehmenssprecher Udo Iwannek bestätigte entsprechende Erfahrungen von HAZ-Lesern. „Wir befinden uns weiter in der Testphase“, erklärt er.

Die drei Stromer vom Typ Urbino des polnischen Herstellers Solaris verkehren seit April vergangenen Jahres auf der städtischen Ringlinie 100/200. Der Strom kommt aus der Fahrleitung der Stadtbahnen. Eine Übergabestation steht am August-Holweg-Platz, wo ein Ladevorgang für eine Runde auf der rund 16 Kilometer langen Ringlinie vier bis sechs Minuten dauert. Den Lesern war aufgefallen, dass einige Busse dort verspätet oder gar nicht abfahren konnten. „Wenn es Probleme gibt, dann meistens dort“, sagt Iwannek.

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Von den drei Bussen setzt die Üstra zwei im Linienverkehr und einen zu Schulungszwecken ein. Die Testphase läuft noch bis Mitte des Jahres und wird vom Fraunhofer-Institut wissenschaftlich begleitet. „In den Fahrzeugen ist Messtechnik installiert, die permanente Aufzeichnungen liefert“, erläutert Iwannek. Dabei gehe es außer um Stromverbrauch und Batteriekontrolle auch um die Verfügbarkeit. Die aktuellen Werte wurden nicht bekannt gegeben.

Die Elektrobusse sind ein Beitrag zum Klimaschutz, weil sie emissionsfrei fahren und auf Kraftstoffeinheiten umgerechnet viel weniger verbrauchen als Diesel- oder Hybridbusse. Außerdem verursachen sie kaum Lärm. Auf der anderen Seite haben die drei Üstra-Exemplare pro Stück 600 000 Euro gekostet und damit etwa das Dreifache im Vergleich zu einem Dieselbus. Die Finanzierung war deshalb nur mit Zuschüssen möglich.

Üstra-Technikvorstand Wilhelm Lindenberg hatte kürzlich im Verkehrsausschuss der Regionsversammlung gesagt, dass das Unternehmen bis 2020 weitere 19 Elektrobusse anschaffen möchte. Mit der Flotte könnten dann die Ringlinie sowie die Linie 121 zwischen Altenbekener Damm und Nordstadt bestückt werden.