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Aus der Stadt Elektromobilität zum Ausprobieren vor der Oper
Hannover Aus der Stadt Elektromobilität zum Ausprobieren vor der Oper
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20:19 15.05.2015
Von Mathias Klein
Am Sonnabend und Sonntag wird die Georgstraße gesperrt, dann dürfen dort nur noch Gefährte mit Elektroantrieb und mit Muskelkraft fahren.  Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Wolfgang Curdts ist eine Art Pionier in Sachen Elektromobilität. Vor acht Jahren war er einer der Ersten, die mit einem Elektrorad durch Hannover kurvten.

Bei einer Elektromobilitäts-Show vor der Oper haben Firmen und Verbände Stände aufgebaut und werben für die Nutzung von Elektrofahrzeugen.

Damals hatte ihm das Gefährt ein Ingenieur zusammengebastelt, auf dem Küchentisch. „Ich brauchte damals zwei Akkus, jeder wog über sechs Kilogramm“, berichtet der 77-Jährige. Am Freitag nun schiebt er sein Pioniergefährt über den Opernplatz, dort dreht sich noch bis zum Sonntag alles um das Thema Elektromobilität. „Ich will einfach sehen, was es alles so gibt“, sagt Curdts.

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Autohersteller bieten vor der Oper Testfahrten mit insgesamt 30 Elektroautos an, es gibt elektronische Skateboards, und wer will, kann auf einem Fahrrad ausprobieren, wie viel Strom er mit den Pedalen erzeugen kann. Wer noch nie mit einem Segway unterwegs war, kann an diesem Wochenende testen, wie man nur mit der Verlagerung des Gewichts Gas gibt und bremst. 5000 Menschen haben nach Veranstalterangaben bereits am ersten Tag diese Angebote genutzt, allein 250 Testfahrten mit Elektroautos wurden gezählt.

Die Idee zu der Elektromobilitäts-Show hatte das Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Olaf Lies sagt am Freitag bei der Eröffnung, Niedersachsen sei „Energieland Nummer 1“ für regenerative Energien wie die Windkraft. Deshalb machten auch möglichst viele Elektrofahrzeuge großen Sinn. Der Minister berichtet von seinen eigenen Erfahrungen im E-Auto. „Das ist absolut genial, durch die Ruhe fühlt man sich beim Fahren wirklich frei.“ Selbst mit einem kleinen Elektroauto könne man an der Ampel auch hochmotorisierten Wagen wegfahren, betont der Minister. „Das macht einfach Spaß.“

Spaß hat auch Robin Hennig. Er präsentiert vor der Oper ein Einrad mit zwei ausklappbaren Stützen für die Füße. Der Lehrter gibt zu, dass es ein wenig Übung bedarf, sich auf dem einen Rad zu bewegen und gleichzeitig das Gleichgewicht zu halten. „Doch meine Freundin hat das an einem Tag geschafft.“ Er selbst benötigte ein bisschen länger. 20 Kilometer Reichweite hat das 13 Kilogramm schwere Spaßgerät, das nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassen ist.

Währenddessen sind die ersten Interessenten zu Testfahrten mit Autos, Segways oder sogar Elektromotorrädern unterwegs. Am heutigen Sonnabend bleibt die Georgstraße zwischen Rathenau- und der Windmühlenstraße für den Verkehr gesperrt, damit weiter ausführlich getestet werden kann. Aber es gibt auch noch viel Unsicherheit beim Thema E-Mobilität, das ist an den Fragen der Besucher auf dem Opernplatz zu spüren. „Was passiert, wenn ich mit dem Elektroauto liegen bleibe, weil der Akku alle ist?“, fragt etwa Ina Keil aus Garbsen. „Wir kommen dann zum Abschleppen und bringen das Auto zur nächsten Ladestation“, heißt die Antwort beim ADAC. So richtig zufrieden ist Keil damit jedoch nicht.

E-Mobiltäts-Pionier Curdts mag trotz des Batterieproblems nicht mehr vom Elektroantrieb lassen. Erst vor ein paar Tagen hat er sich ein neues Fahrrad gekauft. „Jetzt habe ich das Feinste vom Feinen“, berichtet er stolz.