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Aus der Stadt Ende der Umweltzone in einem Jahr?
Hannover Aus der Stadt Ende der Umweltzone in einem Jahr?
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19:53 30.12.2014
Von Andreas Schinkel
Hannover hatte die Umweltzone als eine der ersten Städte in 2008 eingeführt. Jetzt prüft die Stadt, ob die Umweltzone aufrechterhalten werden soll. Quelle: HAZ Archiv
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Hannover

„Sollte die Umweltzone auf Basis der Messergebnisse nicht mehr erforderlich sein, müsse der Rat über eine Abschaffung für 2016 befinden“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos auf Nachfrage der HAZ. Das bedeutet, dass die Plakettenregelung mindestens bis Ende kommenden Jahres gilt.

Hannover hatte die Umweltzone als eine der ersten Städte in 2008 eingeführt. Autos mit hohem Schadstoffausstoß dürfen seither nicht mehr in die City fahren. Damals waren vor allem Eigentümer von Fahrzeugen mit Dieselmotor gezwungen, sich kostspielige Filter einzubauen, um eine grüne Plakette zu bekommen. Politisch war die Umweltzone immer umstritten, insbesondere die FDP im Landtag hat die Regelung stets als obsolet empfunden. Die Stadt verhängte die Umweltzone indes nicht allein aus eigenem Antrieb. Sie reagierte auf schärfere EU-Richtlinien zur Luftreinheit. Vor allem die Stickstoffdioxidbelastung, aber auch die Feinstaubwerte sollten mit der Plakettenregelung reduziert werden.

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Feinstaubgrenze an 19 Tagen überschritten

Das scheint zum Teil gelungen zu sein. Die Feinstaubgrenzwerte sind in Hannover in diesem Jahr nur an 19 Tagen überschritten worden, die EU toleriert eine Überschreitung an 35 Tagen. Ob die Stadt auch unterhalb der Grenzwerte für Stickstoffdioxid geblieben ist, soll die Auswertung der Messdaten zeigen.

Die Tendenz gibt Anlass zur Hoffnung. In den vergangenen Jahren hat sich die Luftqualität stetig verbessert. Wurden 2007, also vor der Umweltzonenregelung, noch 56 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft gemessen, waren es 2010 nur 51 Mikrogramm im Jahresmittelwert. Für das Jahr 2014 hat das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim, zuständig für Luftmessungen in Hannover, in den ersten neun Monaten des Jahres ein Mittel von 47 Mikrogramm errechnet, wie auf der Internetseite der Behörde zu sehen ist. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Auch die Zahl der Plakettensünder ist in den vergangenen Jahren gesunken. Dennoch haben hannoversche Politessen in diesem Jahr noch 13.600 Verstöße gegen die Umweltzone registriert und Knöllchen verteilt. 2013 waren es noch 15. 000 Bußzettel, in den Jahren zuvor bis zu 20.000.

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