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Aus der Stadt Das ist der teuerste Dimmer Hannovers
Hannover Aus der Stadt Das ist der teuerste Dimmer Hannovers
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00:15 04.02.2017
Von Bernd Haase
Der PST sieht aus wie ein normaler Trafo, kann aber mehr.  Foto: enercity
Der PST sieht aus wie ein normaler Trafo, kann aber mehr.  Quelle: Enercity
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Hannover

Rund 225 Tonnen wiegt ein Großtrafo, den die Netztochter der Stadtwerke am Dienstag im Umspannwerk Stöcken in Betrieb genommen hat. Das Großgerät ist unter den Trafos dieser Welt etwas Besonderes, nämlich in 32 Stufen dimmbar und damit äußerst flexibel. „Es ist eine Art Energiewende-Trafo“, sagt Unternehmenssprecher Carlo Kallen.

Der Phasenschiebertransformator (PST), wie er unter Technikern heißt, wurde schon im vergangenen Jahr in Stöcken angeliefert. Zuletzt haben die Monteure ihn mit 66 Tonnen Kühl- und Isolationsöl befüllt und Anfang der Woche einem letzten, entscheidenden Belastungstest unterzogen. Ergebnis: Das Ding tut, was es soll, und kann nun in den Regelbetrieb gehen.

„Der speziell für uns gebaute PST erhöht die Versorgungssicherheit bei Kraftwerksausfällen und Fehlern im Hochspannungsnetz“, sagt Heiko Weduwen, Geschäftsführer der Netzgesellschaft der Stadtwerke. Zwar bleibt in Hannover nicht ständig der Saft weg, aber die Netzstabilität ist wegen der Wind- und Sonnenenergie mit ihren wechselhaft anfallenden Mengen schwieriger zu gewährleisten. „Dabei hilft der dimmbare Trafo ebenso, falls einmal kurzfristig eines der Kraftwerke in der Innenstadt ausfallen sollte“, erläutert Weduwen. Außerdem könne die innerstädtische Stromerzeugung auf Gas- und Kohlebasis reduziert werden. Die ist beispielsweise im Kraftwerk Linden mit seiner neuen Turbine ohnehin schon eingeschränkt, weil Wind- und Solarstrom Marktanteile gewinnen. Mit dem PST kann Ökostrom vom Lande noch flexibler als bisher ins stadthannoversche Netz gelenkt werden.

Wegen des immer stärker werdenden Anteils erneuerbarer Energien bauen die Stadtwerke ihr Hochspannungsnetz um. Der PST ist ein erster Baustein in diesem Konzept. Er hat mehr als 5 Millionen Euro gekostet und ist ein Gemeinschaftsprodukt der Konzerne ABB und Siemens.

04.02.2017
Bernd Haase 31.01.2017