Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wo sollen die neuen Frischluftwände stehen?
Hannover Aus der Stadt Wo sollen die neuen Frischluftwände stehen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.12.2016
Von Andreas Schinkel
Im norwegischen Oslo sorgen sie bereits für saubere Luft: Die sogenannten City Trees.
Im norwegischen Oslo sorgen sie bereits für saubere Luft: Die sogenannten City Trees. Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Die vier Meter hohen Pflanzkästen mit Sitzbank, genannt City Trees, bekommen doch noch eine Chance. Maximal zwei der Frischluft-Filter wollen die Stadtwerke in der Innenstadt Hannovers aufstellen. Eine Entscheidung über die Standorte wird der Bezirksrat Mitte aber erst im Januar treffen und nicht, wie angekündigt, in diesem Monat. Die Dezember-Sitzung sei bereits prall gefüllt, sagt ein Stadtsprecher. Im Januar werde die Verwaltung zusammen mit den Stadtwerken ausführlich über das Vorhaben informieren. „Wir bleiben weiterhin dran“, sagt Stadtwerke-Chefin Susanna Zapreva im Gespräch mit der HAZ.

Eigentlich sollte einer der City Trees längst stehen. Die Stadtwerke hatten aber nicht mit dem Eifer des Bezirksrats Mitte gerechnet. Das diskussionsfreudige Gremium wollte das Vorhaben nicht bloß abnicken, sondern bei den Standorten ein Wörtchen mitreden. Zur Wahl hatten die Stadtwerke den Georgsplatz und die Georgstraße nahe dem Schillerdenkmal gestellt. Beide Orte fielen bei den Politikern durch. Zwischenzeitlich haben sich die Stadtwerke um einen dritten Ort für die Betonkästen bemüht, außerhalb der Reichweite des Bezirksrats.

Kästen sollen so viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume

Auf dem Platz der Deutschen Bahn vor dem Hauptbahnhof hätten sich die Stadtwerke einen City Tree vorstellen können. Die Bahn sei einverstanden gewesen, sagt Zapreva, nur der Denkmalschutz meldete Bedenken an. Jetzt soll es doch wieder öffentlicher Raum in der City sein. Die Stadtwerke-Chefin betont, dass es weniger um die Pflanzkästen als solche gehe, sondern um die Idee dahinter. „Einen Teil unserer Erlöse investieren wir in Projekte, die die Stadt lebenswert machen“, sagt Zapreva. Den leider verspäteten Auftakt sollten die City Trees machen. Die Moos-bepflanzten Kästen sollen ebenso viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume.

Das bezweifelt die SPD im Bezirksrat Mitte. „Das klingt unglaubwürdig“, sagt Fraktionschefin Hülya Demir. Sie vermutet, dass die Stadtwerke mit den monumentalen Betongebilden in erster Linie für sich werben wollten. Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch (CDU) meint, dass sich die City Trees keinesfalls erledigt hätten, im Gegenteil. „Es macht aber keinen Sinn, sie unter Bäumen aufzustellen“, sagt Kupsch.

Aus der Stadt Zum 75. Geburtstag von Ekkehard Reimann - Gastronom Reimann denkt nicht ans Aufhören
Juliane Kaune 06.12.2016
06.12.2016