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Aus der Stadt Erdmännchen-Nachwuchs im Zoo
Hannover Aus der Stadt Erdmännchen-Nachwuchs im Zoo
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00:15 13.04.2015
Von Bernd Haase
Kleine Erdmännchen müssen den aufrechten Stand erst lernen. Die Mutter gibt perfekten Anschauungsunterricht. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Seit einigen Wochen ist es in Gestalt von Gustav, Rocky und Pauline behoben. So heißen die drei Erdmännchen-Geschwister, die mit dem warmen Wetter begonnen haben, ihre Nasen aus dem Bau am Ufer des Sambesi ins Freie zu strecken.

Bei den Erdmännchen im Zoo Hannover hat es Nachwuchs gegeben.

Im Zoo war zuletzt vor fünf Jahren Erdmännchen-Nachwuchs zur Welt gekommen. Danach hatte sich die missliche Lage ergeben, dass durch Todesfälle am Ende nur noch Tiere übrig blieben, die miteinander verwandt waren. Damit hatte der Zoo zwar kein Inzuchtproblem - Forscher haben festgestellt, dass Erdmännchen so etwas von sich aus nicht machen -, aber es fehlte eben auch die Möglichkeit, aus eigenem Bestand zu züchten.

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Weibchen sind die dominanten Erdmännchen

Deshalb musste Mausi Abhilfe bringen. Das Weibchen kam im Frühjahr 2014 aus einem Zoo in Nordrhein-Westfalen in die hannoversche Nager-Wohngemeinschaft und spielte dort sofort die Schlüsselrolle. Zwar heißen die Tiere Erdmännchen und nicht Erdweibchen, sie könnten aber trotzdem als Wappentier für feministische Vereinigungen fungieren. „Weibchen sind die dominanten Tiere einer Gruppe“, sagt Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer. Sie entscheiden deshalb auch, mit wem sie sich paaren. Die Männchen müssen balzen und Stärke unter Beweis stellen. Im Fall Mausi war die Sache übersichtlich, weil überhaupt nur zwei Kandidaten in den Ring steigen konnten.

Das Erdmännchen-Weibchen brachte den Nachwuchs Anfang März zur Welt; die Kleinen wogen bei ihrer Geburt nur je rund 30 Gramm. Ausgewachsen bringen es die ursprünglich in Trockengebieten des südlichen Afrika beheimateten Tiere auf 700 Gramm und auf eine Größe von etwa 30 Zentimetern.

Im Sozialverhalten sind die Erdmännchen übrigens vorbildlich. Um die Aufzucht der Jungtiere kümmern sich immer alle Mitglieder einer Kolonie, also auch diejenigen, die zuvor von der Chefin verschmäht wurden. Im Zoo wäre man sehr einverstanden, wenn diese Geschmack an der Nachwuchsarbeit gefunden hat. Die Kolonie, derzeit sechsköpfig, könnte weitere Zuwächse vertragen. Ob es dazu kommt, liegt allein in Mausis Pfoten.

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