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Aus der Stadt Pferdestall bald als Campus-Zentrum?
Hannover Aus der Stadt Pferdestall bald als Campus-Zentrum?
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00:24 28.11.2014
„Potenzial wie das Acanto in der Dragonerstraße“: Erich Barke am „königlichen Pferdestall“ in der Nordstadt. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Hannover

Seit 1888 steht das langgestreckte Backsteingemäuer an der Nordstädter Appelstraße. Erst war es Reitstall, dann Lager, jetzt ist es Labor und Lernort. Geht es nach Uni-Präsident Professor Erich Barke, dann wird aus dem bisher eher lieblos behandelten Gebäude bald ein zentraler Veranstaltungsort für die Hochschule. Dort, wo sich die meisten Uni-Institute ballen, will Barke in dem ehemaligen Pferdestall Versammlungs- und Konferenzräume sowie ein gastronomisches Angebot etablieren. „Der Universität fehlt ein solcher Ort auf dem Campus, an dem Veranstaltungen in würdigem Rahmen angeboten werden können, sich aber abends auch mal Lehrende in gemütlicher Runde treffen möchten“, sagt Barke. Zwar gibt er im Januar sein Amt an Volker Epping ab. „Aber wenn mein Nachfolger das möchte, dann kümmere ich mich gerne auch nach meiner Präsidentenzeit um die Realisierung dieser Idee“, sagt Barke verschmitzt. Denn es ist eine Idee, die ihm seit Jahren am Herzen liegt.

Der scheidende Uni-Präsident Erich Barke will an der Appelstraße einen Traum realisieren und dem zersplitterten Hochschulareal einen Veranstaltungsort vermachen.

Hannovers Leibniz Universität hat vieles zu bieten: angesehene Institute, 20.000 Studierende, ein ehemaliges Schloss als markantes Hauptgebäude. Nur eines hat sie nicht - einen regelrechten Campus, der ein Gemeinschaftsgefühl begründet. Die Institute sind verteilt auf zahlreiche Standorte vor allem in Herrenhausen, Nord- und Innenstadt. Die Mensa liegt am Schneiderberg, die Hauptbibliothek am Welfenschloss. Und wenn 2017/18 der gesamte Bereich Maschinenbau mit 5000 Universitätsangehörigen nach Garbsen umzieht, wird das Hochschulleben noch mehr zersplittert. „Der Ort aber, an dem die höchste Institutsdichte ist, der ist das Areal rund um das alte Kasernenareal Appelstraße“, sagt Barke.

Wer den 12,5 mal 77 Meter großen Pferdestall betritt, dem eröffnet sich ein Blick auf die Schönheit der Architektur. Zwar sind im Erdgeschoss derzeit riesige Anlagen des Instituts für Strömungsmaschinen installiert, Student David Storch bastelt gerade an einem Axialdiffusor. Doch über ihm wölbt sich die gemauerte Decke gleich einem Kirchenschiff, sie ruht auf kunstvollen Stahlsäulen. Sogar große Teile des Fußbodens sind noch im Originalzustand. In die Wände sind Stahlringe eingelassen, an denen einst Pferde angebunden waren, „und gucken Sie mal hier“, sagt der Präsident begeistert, „sogar die originalen Pferdetränken sind noch vorhanden.“

„Der erste Eindruck war schon überraschend“

Beflügelt die attraktive Architektur die Bildungshungrigen? Student Storch ist abgeklärt: „Der erste Eindruck war schon überraschend“, sagt er. „Aber irgendwann gewöhnt man sich daran.“ Professor Barke allerdings hat bereits detaillierte Pläne und ein Modell erarbeiten lassen, wie die Räume neu genutzt werden könnten. Eine Hälfte im Erdgeschoss würde er für Gastronomie umbauen. „Ich bin sicher: Ein Italiener an diesem Standort wäre immer voll“, sagt er. In der anderen Hälfte könnte ein großer Veranstaltungsraum, vielleicht auch für Konzerte, eingerichtet werden. „Auch Uni-Chor und -Orchester könnten diesen Bereich hervorragend nutzen“, meint Barke begeistert. Auch für das Obergeschoss, wo derzeit studentische Lerngruppen aus den elektrotechnischen und mechanischen Instituten Arbeitsräume eingerichtet haben, gibt es schon relativ konkrete Ideen. Tagungs- und Seminarräume und ein Kaminzimmer sind im Modell vorgesehen. Doch es fehlt - wie so oft - an Geld.

Seit Jahren steht der Umbau des „königlichen Pferdestalls“ auf der Prioritätenliste der Uni, doch immer wieder kommen andere, dringendere Sanierungsobjekte dazwischen. „Uns ist klar, dass wir solch ein Projekt nicht vollständig aus Universitätsgeld bestreiten können“,sagt Barke. Bei etlichen Firmen hat er daher Anfragen gestartet. Mehrere Zusagen liegen schon vor, die größte Einzelspende beträgt derzeit 100.000 Euro. Doch das Gesamtbudget, das hat eine mit dem Denkmalschutz abgestimmte Studie ergeben, muss rund 3,5 Millionen Euro umfassen. „Wir können Spender in das Projekt einbeziehen, indem wir Räume nach ihnen benennen oder den Ausbau nach ihren Vorstellungen gestalten“,sagt Barke.

Wie schön ein umgebauter Pferdestall sein kann, beweist das Acanto in der Dragonerstraße. Seit 1996 wird der Klub im ehemaligen Reitstall der königlichen Dragoner betrieben, dort ist die Backsteinarchitektur der Kreuzgewölbe freigelegt - das Acanto gilt als einer der stilvollsten Feierorte der Stadt. Universitätspräsident Barke ist sich sicher: „Der Pferdestall in der Appelstraße hat mindestens das gleiche Potenzial.“ Es muss nur noch jemanden geben, der das Wachküssen finanziert.

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