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Aus der Stadt Erkrankte Frau wehrt sich gegen Rauswurf
Hannover Aus der Stadt Erkrankte Frau wehrt sich gegen Rauswurf
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08:05 07.04.2014
Von Michael Zgoll
Quelle: Symbolfoto
Hannover

Darf ein Arbeitnehmer fristlos gekündigt werden, weil er längere Zeit krank ist und versäumt hat, seinen Arbeitgeber nach Ablauf von sechs Wochen über das Weiterbestehen seiner Erkrankung zu informieren? Diese Frage beschäftigt derzeit das Arbeitsgericht Hannover. Eine 49-jährige Frau, 14 Jahre bei einem 14.000 Mitarbeiter starken Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz beschäftigt, wehrt sich gegen ihren Rausschmiss. Ein Gütetermin brachte kein Ergebnis; Richterin Gudrun Stoewer deutete aber an, dass die fristlose Kündigung nicht zulässig sei. Die Firma bot daraufhin eine fristgerechte Kündigung plus einer Abfindung von 27.000 Euro an – eine Summe, die der Anwalt der Klägerin entschieden zu niedrig fand und ablehnte. Die nächste Verhandlung ist für August anberaumt.

Die 49-Jährige ist im hannoverschen Verkaufsbüro des Schweizer Unternehmens tätig, kümmert sich um den Vertrieb von Rohrleitungssystemen. Wie sie selbst sagt, habe sie sich immer für den Betrieb krummgelegt und viele unbezahlte Überstunden geleistet. Im vergangenen Herbst aber kam es, möglicherweise durch Überlastung, zu Unstimmigkeiten mit den Vorgesetzten. Im Dezember meldete sich die Frau arbeitsunfähig. „Die fehlende Wertschätzung ihrer Arbeit hat sie aus der Bahn geworfen, sie ist psychisch erkrankt“, sagt ihr Anwalt Rolf Schaefer.

Als das Rohrleitungsunternehmen Ende Januar keine Verlängerung der Krankschreibung bekam, machte die Chefetage mobil. Die Mitarbeiterin fehle unentschuldigt, hieß es, und somit sei eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. Es habe auch keine vorherige Abmahnung geben müssen, da sich die Frau einer schweren Pflichtverletzung schuldig gemacht habe. Richterin Stoewer sagte mit Blick auf die Klägerin, dass es ja durchaus angebracht sei, dem Arbeitgeber den fortdauernden Grund des Fehlens mitzuteilen. Doch einer fristlosen Kündigung räume sie aus rechtlicher Sicht „keine großen Chancen“ ein.

Anwalt Schaefer wurde hier wesentlich deutlicher. Der Arbeitgeber sei laut Paragraf 84 Sozialgesetzbuch bei längeren Krankmeldungen zum „betrieblichen Eingliederungsmanagement“ verpflichtet. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen mithilfe verschiedener Personen und Institutionen – beispielsweise Betriebsarzt und Personalrat – versuchen muss, die Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters wiederherzustellen und einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. Dieses habe der Konzern im Falle seiner Mandantin versäumt, sagte Schaefer. „Und eine Erkrankung kann niemals Grund für eine fristlose Kündigung sein“, stellte der Anwalt klar. Abgesehen davon habe die Frau in den elf vorherigen Monaten des Jahres 2013 krankheitsbedingt gerade einmal fünf Tage gefehlt.

Sollte die fristlose in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt werden, muss die 49-Jährige nach Schaefers Auffassung mindestens eine Abfindung von 54.000 Euro – ein Bruttomonatsgehalt mal 14 Berufsjahre – erhalten. Diskutieren könne man aber auch über ganz andere Beträge: „Ich würde bei solch ungerechtfertigten Kündigungen gerne mal fünf Millionen Euro fordern. Die Unternehmen müssen merken, dass sie die Rechte von Arbeitnehmern nicht derart mit Füßen treten dürfen.“ Immerhin gebe es pro Jahr mehr berufsbedingte Suizide als Tote im Straßenverkehr – 2013 lag diese Zahl in Deutschland bei 3290.

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