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Aus der Stadt Das tropische Erbe Niedersachsens
Hannover Aus der Stadt Das tropische Erbe Niedersachsens
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19:30 30.07.2014
Von Veronika Thomas
Exponate aus der einzigartigen Sammlung des Landesmuseums: In einer Art Volierenvitrine werden die schönsten Präparate aus allen 30 Vogelfamilien gezeigt. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Nachdem bereits die beiden Teilstücke WasserWelten (Ende 2013) und LandWelten (März 2014) fertiggestellt wurden, komplettiert der Abschnitt, der weitgehend den Vögeln und Säugetieren gewidmet ist, die neu konzipierten NaturWelten. Die als Rundgang angelegte Dauerausstellung – vom Wasser ans Land und schließlich in die Luft - löst die in die Jahre gekommene naturkundliche Sammlung ab.

Statt angestaubter Dioramen und „Bitte nicht berühren!“-Schildern lernen Besucher bei einer Rundreise von der Nordsee übers Mittelmeer, auf die Kanaren, in die Karibik bis nach Südamerika eine facettenreiche Landschaftsgeschichte und ihre Veränderung über Millionen von Jahren kennen. Eine Mischung aus lebenden Tieren, Fossilien, großen Panoramen, interaktiven und kinderleicht zu bedienenden Medienstationen sowie Exponaten aus der einzigartigen Sammlung des Hauses soll Besuchern aller Altersgruppen Lust auf Naturkunde machen. Dabei werden wichtige Themen zur Umweltbildung wie Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung nicht ausgeklammert. „Die Präsentation unserer Reise um die Welt ist bundesweit einzigartig“, sagte Museumsdirektorin Katja Lembke.

Als sie vor drei Jahren die Leitung des Hauses übernahm, habe sie vor der Frage gestanden, wie sie mit den verschiedenen Sammlungsbereichen umgehen solle. „Unten war das Vivarium mit lebenden Fischen und oben hohe Kunst in der Landesgalerie.“ Ein Gemischtwarenladen. Mit den jetzt fertig gestellten NaturWelten sei das Landesmuseum seinem Ziel, ein „WeltenMuseum“ zu werden, ein großes Stück weitergekommen. Im nächsten Jahr sollen zwei weitere Teile der zuletzt in den sechziger und siebziger Jahren konzipierten Sammlungen – die Bereiche Völkerkunde und Archäologie – zu „MenschenWelten“ neu geordnet werden. Anschließend sollen mit den KunstWelten Landesgalerie und Münzkabinett in Angriff genommen werden.

„Das ist allerdings eine Frage des Geldes“, sagte Lembke, die für die Neukonzeption der naturkundlichen Abteilung inklusive neuer Präsentationsformen 1,4 Millionen Euro akquiriert hat. 500.000 Euro zahlt Niedersachsens Wissenschaftsministerium, 150.000 Euro steuert die Stiftung Niedersachsen bei und 100.000 Euro die Klosterkammer Hannover. „Mit der Umgestaltung zum WeltenMuseum festigt das Landesmuseum seine herausragende Position in der niedersächsischen Museumslandschaft“, lobte Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen, das neue Konzept.

Wie sehr sich Landschaften über Jahrmillionen verändern können, erfahren Besucher etwa beim Rundgang im tropischen Ausstellungsbereich der Karibik. Die dort präsentierten Seeigel, Steinkorallen und Raubschnecken stammen aus den alten Steinbrüchen in Ahlem und Linden im Westen Hannovers. Vor zirka 150 Millionen Jahren herrschte dort, wo heute Niedersachsen ist, tropisches Klima mit Dschungel und Sauriern. „Diese Funde sind noch nie zu sehen gewesen“, erläuterte Projektleiterin Annette Richter. Aus den bekannten Mergelbrüchen in Misburg und Höver stammen unter anderem prächtige Kopffüßler.

In einer Art Volierenvitrine präsentiert das Landesmuseum erstmals 80 Exemplare seiner bemerkenswerten Sammlung mit Präparaten aus allen 30 Vogelfamilien - vom Kolibri bis zum Darvin-Nandu. Eine Rekonstruktion ihres Urahns, einem Sichelkauen-Dinosaurier, der seine Spuren in Münchehagen hinterlassen hat, ist dort gleich nebenan zu sehen. Neue Gesellschaft hat das alte Plateosaurier-Skelett erhalten, das Kinder schon vor 30 und mehr Jahren im Landesmuseum fasziniert hat. Es teilt sein neues Revier jetzt mit einigen Bart­agemen, gewissermaßen den Nachkommen des Fossils.

Zwar dürfen Besucher vieles berühren, was die NaturWelten zu bieten haben, tabu sind aber die Bewohner der neuen Terrarien. Zu sehen sind unter anderem Echte Hundskopfboas, eine Vogelspinne, Kreta-Stachelmäuse und Baumhöhlen-Krötenlaubfrösche, die wegen ihrer verrückten Sprünge von allen nur noch „crazy Frogs“ genannt werden. Die Natur hat eben viel Verrücktes und Faszinierendes zu bieten, auch Frösche.

Berufspendler, die auf dem Weg zur Arbeit über den Weidetorkreisel fahren, müssen sich auf weitere Beeinträchtigungen einstellen: Ab Donnerstag wird dort für die kommenden sechs Wochen eine Baustelle eingerichtet.

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