Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt So sieht das neue Hofbräuhaus aus
Hannover Aus der Stadt So sieht das neue Hofbräuhaus aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.03.2016
Von Conrad von Meding
Bereit für seine Gäste: Hofbräu-Chef Felix Zypka.
Bereit für seine Gäste: Hofbräu-Chef Felix Zypka. Quelle: Eberstein
Anzeige
Hannover

Am Freitag wurde noch fleißig dekoriert in der Halle des alten Bismarckbahnhofs in der Südstadt. Ein bayerisches Hofbräuhaus in dem nach einem Oberpreußen benannten Bahnhofsgebäude, das ist an sich schon kurios genug. Die Innenarchitekten haben noch einen draufgesetzt und ein Bildnis des Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen mitsamt typischer Pickelhaube an die Wand gehängt. So schaut nun also der Intimfeind der Bayern den Bayernfans beim Verzehr von Haxe und Leberkäs zu. 

Das einstige Bahnhofsgebäude, das zwischenzeitlich ein Technotempel und ein südamerikanisches Steakhaus war, ist für die Hofbräu-Nutzung erneut umdekoriert worden, natürlich unter gestrengen Augen des Denkmalschutzes. „Wir haben kein Bohrloch in die historischen Fliesen getrieben, sondern nur in die Fugen“, sagt Julian Wengorz von der Hofbräu-Franchisezentrale in Hamburg.

Erste Eindrücke vom Hofbräuhaus Hannover im Bismarck-Bahnhof vor der Eröffnung.

Wo lange Jahre ein argentinisches Rinderbild unter der schrecklich orangenen Hallendecke prangte, haben die Maler jetzt ein blauweißes Rautenmuster verewigt. Die Stahlstützen sind mit Kupferblech verkleidet, die Holzgeländer von Treppe und Galeriebrüstungen haben die typische Form, die man aus dem Münchener Hofbräuhaus kennt. Eine kleine Bühne bietet Platz für Schuhplattler und Glockenspieler, Allein- und Doppelunterhalter. Im hannoverschen Hofbräu gibt es zwar nicht täglich Livemusik wie etwa in der Berliner Ausgabe, aber immerhin freitags und sonnabends.

Bis zu 700 Gäste finden Platz auf den Holzbänken, im Sommer sollen es mit Freigelände etwa doppelt so viele sein. Geschickt ist der Raum so aufgeteilt, dass Einzelgruppen parallel feiern können – im Zweifelsfall separiert im hinteren Gewölbe, über dem die Züge hörbar rumpeln. Eine erste feste Stammgastgruppe hat sich schon angemeldet: Der lokale Bayern-München-Fanclub will regelmäßig die Spiele seiner Lieblingsmannschaft auf einer Leinwand verfolgen.
Die Karte ist naturgemäß sehr bayerisch gehalten: Eisbein gepökelt (14,90 Euro) oder Leberkäs mit bayerischem Kartoffelsalat (8,90 Euro, mit Spiegelei ein Euro mehr), der Halbliterhumpen kostet immer 4,50 Euro, egal ob darin Original- oder Dunkelbier ist oder ein Weizen. Die Speisekarte liefert auch Hilfen bei der Verständigung. Von „Griß di“ (Guten Tag) bis „No a Bia“ (Noch ein Bier). Ohne Übersetzung ist „Oans, zwoa, gsuffa – aber das verstehen ja sogar „Zugroasde“ (Zugereiste) aus Hannover.

11.03.2016
Conrad von Meding 14.03.2016