Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Erpresser erzwingt Kreditverträge
Hannover Aus der Stadt Erpresser erzwingt Kreditverträge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:11 06.08.2013
Von Michael Zgoll
Symbolfoto Quelle: Thomas

Er soll seine Opfer nicht direkt ausgeraubt, sondern die Objekte seiner Begierde gewissermaßen auf Bestellung erpresst haben: Laptop, Spielekonsolen oder Bargeld. Seit Montag muss sich der 31-jährige Beksod F. wegen räuberischer Erpressung, Betrugs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Anklage wirft dem Mann mit deutscher und usbekischer Staatsbürgerschaft vor, sich von Dezember 2010 bis Januar 2013 in sieben Fällen strafbar gemacht zu haben.

In Usbekistan war F. bis 1998, als er als 16-Jähriger von Taschkent nach Deutschland übersiedelte, ein erfolgreicher Schwimmer. Doch hier fasste der Realschüler nie richtig Fuß, auch soll er erhebliche Probleme mit Alkohol- und Kokainkonsum haben. Kurz vor Weihnachten 2010 beschloss der Vater von drei Kindern offenbar, für sich und seine Familie eine Scheibe vom Wohlstandskuchen abzuschneiden. Seine ersten Opfer, so die Anklageschrift, soll er unter Drohungen dazu gebracht haben, Kreditverträge bei den Einzelhandelsunternehmen Saturn und Real für den Kauf von einem Laptop und zwei Spielekonsolen abzuschließen. Die Erpressten mussten die Kredite abstottern, F. kassierte die Geräte ein. In den nachfolgenden Monaten und Jahren soll er – auch mit Hilfe eines Komplizen – andere Opfer in Hannover, Laatzen und Seelze gezwungen haben, Bares von Geldautomaten abzuheben. Die Scheine mussten sie ihm unmittelbar aushändigen; die Schadenssumme liegt im unteren vierstelligen Bereich.

Zu einem folgenschweren Zwischenfall ganz anderer Art soll es im März 2012 gekommen sein. In einer Kneipe im Seelzer Stadtteil Letter forderte eine Polizeibeamtin Beksod F. im Zuge einer Auseinandersetzung auf, das Lokal nicht zu verlassen. Daraufhin, so die Staatsanwaltschaft, habe der gebürtige Usbeke zu einer Waffe gegriffen und die Polizistin bedroht. Dass es sich dabei nur um eine Schreckschusspistole handelte, konnte die Beamtin nicht wissen – sie war psychisch so angegriffen, dass der Arzt sie etliche Tage krankschrieb.

Verteidiger Anselm Schanz deutete an, dass sein Mandant möglicherweise einige der angeklagten Taten gestehen könnte. Seinem Versuch, mit der 19. Großen Strafkammer ein Verständigungsgespräch zu führen, erteilte der Vorsitzende Richter Stefan Joseph allerdings eine Absage. Das Gericht sei nicht verpflichtet, mit der Verteidigung im Vorfeld zu sprechen – etwa über ein mögliches Strafmaß. Anwalt Schanz bezeichnete diese Ablehnung als „Novum“; immerhin könne ein solches Vorgespräch doch zu einer nicht unerheblichen Straffung des Verfahrens führen.
So geht es also am Donnerstag nächster Woche mit der Vernehmung von zwei Ermittlern weiter. Sie sind als Zeugen zu dem Vorfall geladen, bei dem Beksod F. die Polizistin mit der Schreckschusspistole bedroht haben soll.

Der Hannoveraner und Lola-Preisträger Nils Loof dreht einen kompletten Film in Hannover – und mit Hannoveranern. Mehr als hundert Komparsen aus Hannover sind bei der Liebeskomödie „Playground: Love“ dabei.

06.08.2013

Bei einem schweren Verkehrsunfall wurde auf dem Südschnellweg eine Mann schwer verletzt. Der Südschnellweg wurde ab Seelhorster Kreuz in Richtung Bemerode gesperrt. Mittlerweile ist die Sperrung wieder aufgehoben.

24.10.2013
Aus der Stadt Betreuungsplätze in Hannover - Der lange Weg zum Kita-Platz

Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kleinkinder ist deutlich gewachsen. Dank großer Anstrengungen der Kita-Träger, aber auch von Eltern-Initiativen. Jetzt gewinnt die Frage nach der Qualität der Betreuung an Bedeutung.

Bärbel Hilbig 08.08.2013