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Aus der Stadt Erste Hauptschule in Hannover will Oberschule werden
Hannover Aus der Stadt Erste Hauptschule in Hannover will Oberschule werden
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10:13 05.11.2011
Von Bärbel Hilbig
Die Pestallozischule will Oberschule werden.
Die Pestallozischule will Oberschule werden. Quelle: Rainer Surrey (Archiv)
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Hannover

Dennoch hat das städtische Schulamt den Antrag jetzt zunächst an die Landesschulbehörde weitergeleitet.

„Wir haben uns gefragt, ob wir weiter dem Sterben der Hauptschule zusehen oder einen Weg finden, unsere gute Arbeit für unsere Schüler fortzusetzen“, sagt Rainer Lubert, Leiter der Pestalozzischule. Das Etikett „Hauptschule“ sei dabei ein großer Nachteil. Eine Oberschule besuchen Haupt- und Realschüler, manchmal auch Gymnasiasten, gemeinsam. Gemeinsamer Unterricht in einer Klasse ist möglich. Genau darin sieht Lubert eine Chance. Schüler, die ihre Leistungen verbessern oder verschlechtern, müssten nicht mehr die Schule wechseln. „Die Oberschule bietet ähnliche Möglichkeiten wie eine Integrierte Gesamtschule, allerdings in kleinerem Rahmen. Und viele Kinder brauchen diese Überschaubarkeit.“ An der Pestalozzischule haben Schulvorstand, Gesamtkonferenz, Schüler- und Elternvertretung jeweils einstimmig für die Umwandlung votiert.

Das Land stattet seine neuen Oberschulen besonders großzügig aus. Als einzige Schulform bekommen Oberschulen den Ganztagsunterricht an zwei bis drei Wochentagen verlässlich finanziert. Auch ein Schulsozialarbeiter ist vorgesehen. Eine Oberschule mit Haupt- und Realschülern kann mit zwei Klassen pro Jahrgang starten, für eine neu gegründete IGS schreibt das Land dagegen fünf Klassen vor. „An den neuen IGSen in Hannover gibt es nur wenige Gymnasialkinder. Sie unterscheiden sich damit in der Schülerschaft kaum von der Oberschule“, sagt Lubert.

Die Stadt setzt in der Schulplanung allerdings weiter auf Integrierte Gesamtschulen, obwohl die neu gegründeten IGS bereits unter ihrer geringen Finanzausstattung durch das Land leiden. Aktuell läuft eine Umfrage unter den Eltern aller Grundschüler, die die Nachfrage nach einer weiteren IGS klären soll. „Wir warten die Auswertung dieser Befragung ab“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge. Wahrscheinlich bis Januar soll dann auch eine Bewertung zur Oberschule erfolgen.

Die vier Hauptschulen, die nicht vor der Auflösung stehen, sowie die beiden kombinierten Haupt- und Realschulen hatten bereits zu Jahresanfang ihr Interesse an der Oberschule signalisiert, besonders die Heisterbergschule in Ahlem. Die Verwaltung argumentierte bisher, dass die jeweiligen Schülerzahlen selbst die niedrigen Voraussetzungen für eine Oberschule mit 48 Schülern pro Jahrgang nicht erreicht werden.

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