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Aus der Stadt Alles eine Frage des Laufs
Hannover Aus der Stadt Alles eine Frage des Laufs
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00:15 11.04.2015
Von Saskia Döhner
Noch liegt das Rad, noch ist die Erde zu feucht – vermutlich ab Mai kann der Rundkurs in der Eilenriede an der Adolf-Ey-Straße in Betrieb genommen werden. Quelle: Dröse
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Hannover

"Hauptsache, der Flow stimmt“, sagt Joscha Forstreuter. „Flow“ ist englisch und heißt übersetzt Fluss, Lauf oder Bewegung. Für Mountainbiker bedeutet das, dass sie einen Parcours flüssig absolvieren können, dass sie im Schwung bleiben, auch wenn sie nicht mehr treten. Der Rundkurs, der heute in der Eilenriede unweit des Rodelbergs an der Adolf-Ey-Straße fertiggestellt wird, hat Flow, denn Radprofi Forstreuter (23) hat ihn mitkonzipiert. Weil die Erde erst noch richtig trocknen muss, kann der Parcours aber vermutlich erst ab Anfang Mai auch benutzt werden. Bis dahin bleibt er gesperrt.

Rund 10.000 Euro hat die Stadt für die Hügellandschaft mit Kurven und Wellen ausgegeben, die im Bikerjargon „Pumptrack“ heißt. Errichtet wurden die Erdhügel innerhalb von nur zwei Wochen. Die Auszubildenden vom Fachbereich Stadtgrün haben einen maßgeblichen Anteil daran. „Das war eine richtig interessante Aufgabe“, sagt Joshua Höll (19). Der angehende Landschaftsarchitekt fährt selbst Mountainbike und will die Strecke, die mitten im Wald perfekt liege, bald ausprobieren. Ralf Jozwowiak (23) spielt selbst eigentlich lieber Fußball, aber der Rundkurs sei eine gute Ausweichmöglichkeit, „um Jugendliche von der Couch zu holen“, sagt er.

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Die Bilder zum Bauworkshop zum Mountainbike-Parcours in der Eilenriede.

Gedacht ist die 250 Meter lange Strecke für Jugendliche ab zwölf Jahren, sagt Klaus Bonk von der Stadt Hannover. Jüngere Kinder können mit ihren Eltern einen kleineren Rundkurs ausprobieren, der nach Ansicht von Profi Forstreuter sogar schon für Zweijährige mit Lauflernrad geeignet ist.

Bereits 2013 hatte der Rat beschlossen, eine offizielle Mountainbike-Strecke auszuweisen. Damit soll auch das wilde Fahren unterbunden werden. Denn immer wieder hatten Jugendliche in den vergangenen Jahren im Stadtwald selbst Sprungschanzen errichtet und Bäume beschädigt. Mehrere Standorte wurden geprüft, am Ende erschien das 2000 Quadratmeter umfassende Gelände in Waldhausen am besten geeignet. Marius (19), der schon früher hier  mit seinem Mountainbike unterwegs war und jetzt beim Planieren der Hügel hilft, freut sich, dass es nun endlich einen öffentlichen und offiziellen Parcours in der Stadt gibt. Forstreuter sagt, der Rundkurs sei nicht nur für Mountainbikes, sondern auch für die kleineren BMX-Räder geeignet. Ein Verein oder eine Gruppe wird den Parcours nicht betreiben, es gibt auch keine Aufsicht. Eltern haften für ihre Kinder. Schäden oder Spurrillen in der Hügelllandschaft sollen die Radfahrer mit Schaufel und Harke selbst beheben. Wie viele Biker den Parcours nutzen werden, ist unklar. „Viele“, meint Forstreuter.

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